Jüdischer Widerstand in Berlin — die Herbert-Baum-Gruppe und die Rosenstraße
Gab es jüdischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten in Berlin?
Ja. Jüdischer Widerstand in Berlin nahm mehrere Formen an — bewaffneter Partisanenwiderstand durch die Herbert-Baum-Gruppe, der außergewöhnliche Rosenstraße-Protest nicht-jüdischer Ehefrauen und Angehöriger im Jahr 1943 sowie die geschätzten 1.700 Juden, die als „U-Boote" im Untergrund überlebten, unterstützt von Netzwerken nicht-jüdischer Berliner. Diese Geschichten von Widerstand und Überleben sind an konkreten Berliner Orten dokumentiert.
Gab es jüdischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten in Berlin? Ja — auch wenn die Bedingungen für Widerstand außerordentlich schwierig waren und der Preis fast immer der Tod war. Jüdischer Widerstand in Berlin nahm mehrere Formen an: bewaffneter Partisanenkampf, offene Straßenproteste und individuelle Überlebensakte derer, die in der Stadt untertauchten. Diese Geschichten zu kennen, gehört zum Verständnis der vollständigen Geschichte.
Der Kontext des Widerstands — warum er so schwierig war
Bevor wir auf konkrete Widerstandsakte eingehen, ist es wichtig, die Bedingungen zu verstehen, die jüdischen Widerstand in Deutschland von dem in anderen besetzten Ländern unterschieden.
In Polen, der Sowjetunion und Frankreich agierten jüdische Widerstandsgruppen häufig innerhalb breiterer antinationalsozialistischer Partisanenbewegungen. In Deutschland selbst waren die Bedingungen weit restriktiver:
Kein Rückzugsgebiet: Partisanenbewegungen brauchen typischerweise Wälder, Gebirge oder ländliche Unterstützungsnetzwerke. Deutschlands Juden waren eine städtische Bevölkerung, umgeben von einer anfangs weitgehend gleichgültigen deutschen Zivilbevölkerung. Es gab keine Wälder, in denen ein jüdischer Widerstandskämpfer untertauchen konnte.
Überwachung und Informanten: Das Netz der Gestapo-Informanten (V-Leute) war in Berlin dicht. Jedes verdächtige Verhalten — ein Nachbar, der aufgehört hatte, zur Arbeit zu gehen, eine Familie, die zu viele Lebensmittel einzukaufen schien — konnte Ermittlungen auslösen. Jüdische Berliner waren ab September 1941 verpflichtet, den gelben Stern zu tragen, was Anonymität in der Öffentlichkeit nahezu unmöglich machte.
Kollektive Verwundbarkeit: Die von den Nationalsozialisten angewandte Vergeltungslogik war explizit und dokumentiert. Für den Anschlag der Herbert-Baum-Gruppe auf die Sowjetparadies-Ausstellung (Mai 1942) wurden 500 vollkommen unschuldige jüdische Männer willkürlich ausgewählt und erschossen. Diese kollektive Bestrafungslogik machte organisierten bewaffneten Widerstand doppelt gefährlich — jede Aktion gefährdete die gesamte Gemeinschaft.
Schrittweise Eskalation: Die Verfolgung der deutschen Juden eskalierte über zwölf Jahre (1933–1945), was es ermöglichte, jeden Schritt zu normalisieren, bevor der nächste folgte. Als die Deportationen in Vernichtungslager 1941 begannen, war die Gemeinschaft durch jahrelange Verfolgung bereits verarmt, isoliert und erschöpft.
Diese Bedingungen erklären, warum bewaffneter jüdischer Widerstand in Deutschland begrenzt war — nicht wegen fehlenden Mutes oder Willens der deutschen Juden, sondern weil die strukturellen Voraussetzungen für solchen Widerstand weitgehend fehlten.
Die Herbert-Baum-Gruppe — bewaffneter Widerstand in Berlin
Herbert Baum (geboren 1912 in Mosina, aufgewachsen in Berlin) war Ende der 1930er-Jahre Führungsmitglied im illegalen kommunistischen Untergrund Berlins. Er war seit seiner Jugend in jüdischen und kommunistischen Jugendorganisationen aktiv, hatte Ingenieurswesen studiert und arbeitete als Zwangsarbeiter bei den Siemens-Schuckertwerken.
Nach der Einführung des gelben Sterns im September 1941 und dem Beginn der Deportationen im Oktober 1941 organisierte Baum eine Gruppe von etwa 30 Personen — meist junge jüdische Kommunisten, darunter einige seiner früheren Kameraden aus den Jugendorganisationen. Die Gruppe umfasste Männer und Frauen, von denen mehrere auch anderen politischen Untergrundnetzwerken angehörten.
Die Gruppe beteiligte sich an:
- Verteilung antisemitischer Flugblätter
- Sabotage von Maschinen im Siemens-Werk
- Aufrechterhaltung des Kontakts zu anderen kommunistischen Untergrundnetzwerken
- Planung bedeutenderer Widerstandsaktionen
Die Lustgarten-Aktion — 18. Mai 1942
Die größte Aktion der Baum-Gruppe richtete sich gegen die nationalsozialistische Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies”, die im Mai 1942 auf dem Lustgartenplatz der Museumsinsel aufgebaut worden war. Die Ausstellung sollte mit Fotos und Objekten aus Sowjetrussland das sowjetische System als primitiv und verarmt darstellen und den deutschen Einmarsch als Befreiungsakt. Hunderttausende Berliner besuchten sie in den ersten Tagen.
Am Abend des 18. Mai 1942 betraten Mitglieder der Baum-Gruppe die Ausstellung und setzten mit vorbereiteten Brandmitteln Teile davon in Brand. Das Feuer beschädigte einige Ausstellungsbereiche erheblich, bevor die Feuerwehr eingriff. Die Ausstellung wurde nach Reparaturen weitergeführt.
Die Gestapo identifizierte die Täter innerhalb weniger Tage — Baum wurde möglicherweise von einem Informanten verraten. Herbert Baum wurde am 22. Mai 1942 verhaftet. Unter Folter verweigerte er jede Aussage über das breitere kommunistische Netzwerk. Er wurde am 18. Juni 1942 von der Gestapo ermordet, noch vor dem Prozess; als offizielle Todesursache wurde Suizid angegeben. Seine Frau Marianne Baum wurde kurz darauf verhaftet und im August 1942 im Plötzenseer Gefängnis durch Guillotine hingerichtet.
Die übrigen Gruppenmitglieder wurden in den folgenden Wochen verhaftet. Die meisten wurden hingerichtet. Das jüngste getötete Mitglied der Gruppe war 19 Jahre alt.
Die Vergeltung: Die Reaktion des NS-Regimes auf die Lustgarten-Aktion war kollektive Bestrafung in einem Ausmaß, das jede Wiederholung abschrecken sollte. Am 27. und 28. Mai 1942 verhafteten Gestapo und SS willkürlich 500 jüdische Männer in Berlin, brachten sie ins KZ Sachsenhausen und erschossen sie. Zeitgleich wurden weitere 250 zuvor bereits verhaftete Berliner Juden in Sachsenhausen erschossen. Die Vergeltungsmaßnahmen kosteten 750 Menschen das Leben, die keinerlei Verbindung zur Aktion der Baum-Gruppe hatten.
Diese Vergeltungslogik — explizit und öffentlich angewandt — sollte jegliche Unterstützungsbasis für Widerstand zerstören, indem sie demonstrierte, dass jede Aktion den kollektiven Tod der breiteren Gemeinschaft nach sich ziehen würde.
Mit Herbert Baum verbundene Orte
Der Lustgarten, Museumsinsel: Das Ausstellungsgelände ist heute der offene Lustgartenplatz vor dem Berliner Dom, angrenzend an das Altes Museum. Eine Gedenkplakette auf der Seite der Museumsinsel dokumentiert die Aktion von 1942. Siehe den Leitfaden zur Museumsinsel für den breiteren historischen Kontext des Ortes.
Siemens-Schuckertwerke, Gartenfeld (Nordwest-Berlin): Das frühere Siemens-Werk, in dem Baum als Zwangsarbeiter tätig war, ist heute ein Industriedenkmal in Spandau. Nicht einfach als Besuchsziel zugänglich, aber historisch bedeutsam.
Herbert-Baum-Straße, Prenzlauer Berg: Eine kurze Straße in Prenzlauer Berg wurde 1990 nach Herbert Baum benannt, nachdem die deutsche Wiedervereinigung eine Neubewertung von DDR-Straßennamen ermöglichte.
Der Rosenstraße-Protest — Februar/März 1943
Der Rosenstraße-Protest vom Februar und März 1943 ist einer der wenigen dokumentierten Fälle eines erfolgreichen öffentlichen Protests gegen die NS-Rassenpolitik in Deutschland. Er ist auch eines der meistdiskutierten Ereignisse in der Geschichte der deutschen zivilen Reaktion auf den Holocaust.
Hintergrund — die Fabrikaktion
Ende Februar 1943 führte die Gestapo die „Fabrikaktion” durch — die letzte Massenverhaftung von Juden, die noch offen in Berlin lebten. Dies waren vor allem Juden in „privilegierten Mischehen” (jüdische Partner in Ehen mit nicht-jüdischen Ehepartnern, die nach NS-Rassenrecht vorübergehend vor der Deportation geschützt waren) oder Juden, die in Rüstungsfabriken arbeiteten und als wirtschaftlich unverzichtbar von früheren Deportationswellen ausgenommen worden waren.
Rund 10.000 Menschen wurden in der Fabrikaktion verhaftet und zu mehreren Sammelstellen in Berlin gebracht. Die etwa 1.700 bis 2.000 aus Mischehen stammenden Personen wurden separat in dem Gebäude der jüdischen Gemeindehilfe in der Rosenstraße 2–4 in Mitte, nahe dem Hackeschen Markt, festgehalten.
Der Protest
Wenige Stunden nach den Verhaftungen begannen die nicht-jüdischen Angehörigen der Festgehaltenen — hauptsächlich Ehefrauen, aber auch Eltern, Geschwister und Freunde — sich vor dem Rosenstraßen-Gebäude zu versammeln. Die Versammlung war nicht im Voraus organisiert; sie entstand spontan, als die Nachricht von den Verhaftungen die Runde machte.
Über etwa eine Woche (27. Februar bis ca. 6. März 1943) versammelten sich mehrere Hundert bis möglicherweise tausend Frauen wiederholt auf der Straße vor dem Gebäude und verlangten die Freilassung ihrer Männer. Die Menge wurde belästigt, zur Auflösung aufgefordert und mindestens einmal mit Maschinengewehren bedroht. Die Frauen zerstreuten sich kurzzeitig bei Gewaltandrohungen und kehrten zurück.
Der entscheidende Wendepunkt lag bei Joseph Goebbels, dem Gauleiter von Berlin und Propagandaminister, der sein erklärtes Ziel verfolgte, Berlin „judenrein” zu machen. Goebbels stand vor einer Abwägung: die Deportation der in der Rosenstraße Festgehaltenen fortzusetzen erforderte entweder gewaltsame Unterdrückung des Protests (mit dem entsprechenden Publizitätsrisiko für das Regime) oder ein Ignorieren des Protests (was einen Präzedenzfall für erfolgreichem öffentlichen Widerstand schaffen würde).
Er entschied sich für die Freilassung. Etwa 1.700 bis 2.000 Personen wurden bis Anfang März 1943 aus der Rosenstraße entlassen. Mehrere Dutzend, die bereits nach Auschwitz deportiert worden waren, wurden nach Berlin zurückgebracht. Die Freilassung wurde offiziell als „Verwaltungsfehler” oder administrative Entscheidung dargestellt.
Die historische Debatte
Der Rosenstraße-Protest ist Gegenstand erheblicher historischer Debatten, die sich vor allem auf die Frage konzentrieren, ob der Protest selbst die Freilassung bewirkte oder ob andere Faktoren ausschlaggebend waren. Der Historiker Nathan Stoltzfus argumentiert in seinem 1996 erschienenen Buch Resistance of the Heart, dass der Protest unmittelbar zur Freilassung führte und als Beleg dafür gilt, dass das NS-Regime in einer Weise auf die öffentliche Meinung reagierte, die sein Handlungsspielraum begrenzte. Andere Historiker, darunter Wolfgang Benz, betonen eher administrative und logistische Faktoren als die direkte Kausalrolle des Protests.
Die Debatte hat historiographische Bedeutung — sie betrifft die Frage, was möglich gewesen wäre, wenn mehr Proteste stattgefunden hätten. Die Frage, warum der Rosenstraße-Protest eine Ausnahme blieb und nicht wiederholt wurde, wird in derselben Forschungsliteratur behandelt.
Das Rosenstraße-Denkmal
Das Denkmal Block der Frauen der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger wurde 1995 in der Rosenstraße am ungefähren Ort der ursprünglichen Ereignisse aufgestellt. Die Bronzeskulpturengruppe zeigt Frauen in Haltungen von Trauer, Widerstand und Solidarität. Eine Steininschrift lautet: „Die Stärke zivilen Ungehorsams.”
Das Denkmal ist jederzeit frei zugänglich. Es befindet sich auf einer ruhigen Nebenstraße, unscheinbarer als die großen zentralen Denkmäler, und wird von Besuchern, die es nicht gezielt suchen, häufig übersehen.
Anfahrt: Vom S-Bahnhof Hackescher Markt südlich durch die Spandauer Straße, dann östlich durch die Neue Friedrichstraße zur Rosenstraße gehen. Das Denkmal ist ungefähr 5 Minuten zu Fuß entfernt.
Überleben im Untergrund — die „U-Boote”
Schätzungsweise 1.700 Juden überlebten den Krieg, indem sie in Berlin untertauchten — was sowohl den Willen zu überleben als auch die Unterstützung nicht-jüdischer Helfer erforderte, die erhebliche persönliche Risiken eingingen.
Die Untergetauchten sicherten sich ihr Überleben auf verschiedene Weisen:
- Gefälschte Ausweispapiere (Ausweise, Lebensmittelmarken, Meldebescheinigungen), beschafft durch Fälscher oder wohlgesinnte Beamte
- Physisches Verstecken in Wohnungen, Kellern, Dachböden und teilweise in Waldgebieten am Stadtrand
- Ständiger Wechsel zwischen sicheren Orten, um kein Versteck zu lange zu belasten
- Für manche: Leben unter falscher Identität, entweder aufgrund nicht-jüdischen Aussehens oder der Nerven, im Alltag als Nicht-Jude durchzugehen
Die Helfer — die Unterkunft, Nahrung, Dokumente oder Informationen bereitstellten — kamen aus verschiedensten Milieus. Es gab kommunistische Parteimitglieder mit Untergrundnetzwerken, christlich motivierte Kirchgänger, frühere Arbeitgeber oder Kollegen, Nachbarn und zufällige Begegnungen. Ihre Motivation war individuell; ein organisiertes deutsches „Rettungsnetzwerk” von nennenswertem Ausmaß existierte in Berlin nicht, vergleichbar mit dem niederländischen oder dänischen Widerstand.
Das Yad-Vashem-Archiv der Gerechten unter den Völkern (Chassidei Umot HaOlam) erkennt mehrere Hundert Deutsche an, darunter eine erhebliche Anzahl Berliner. Die tatsächliche Zahl der Helfer war mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich höher als die offiziell Anerkannten.
Die Geschichte der „U-Boote” ist am umfassendsten in der Gedenkstätte Stille Helden in der Rosenthaler Straße 39 in Mitte dokumentiert, die sich speziell den Geschichten derer widmet, die jüdischen Menschen beim Überleben im Untergrund in Berlin halfen. Der Eintritt ist frei.
Häufige Fragen zu Jüdischer Widerstand in Berlin
Wer war Herbert Baum?
Herbert Baum (1912–1942) war ein jüdischer kommunistischer Jugendfunktionär in Berlin, der eine der wenigen jüdischen Partisanengruppen im nationalsozialistischen Deutschland organisierte. In Mosina (heute Polen) geboren und in Berlin aufgewachsen, war Baum Leiter in jüdischen kommunistischen und später kommunistischen Jugendorganisationen. Nach 1941, als Juden gezwungen wurden, den gelben Stern zu tragen und Deportationen begannen, organisierte er eine Gruppe von etwa 30 Berliner jüdischen Kommunisten, die aktive Widerstandsaktionen planten und durchführten. Am 22. Mai 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet, gefoltert und am 18. Juni 1942 in der Haft ermordet.Was hat die Herbert-Baum-Gruppe getan?
Die bedeutendste Aktion der Gruppe war der Brandanschlag auf die nationalsozialistische Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies" im Lustgarten in Berlin am 18. Mai 1942. Die Ausstellung auf dem Lustgartenplatz auf der Museumsinsel sollte die sowjetische Gesellschaft als verarmt darstellen. Baums Gruppe setzte Teile der Ausstellung in Brand und verursachte erheblichen Schaden. Die Vergeltung war brutal — 500 Juden, die nichts mit der Gruppe zu tun hatten, wurden verhaftet und erschossen. Die Gruppenmitglieder selbst wurden innerhalb weniger Tage verhaftet, verurteilt und hingerichtet.Was war der Rosenstraße-Protest?
Ende Februar und Anfang März 1943 führte die Gestapo die „Fabrikaktion" durch — die letzte Verhaftungswelle der in Berlins Rüstungsfabriken arbeitenden Juden. Die in Mischehen Lebenden (Juden, die mit nicht-jüdischen Partnern verheiratet waren) wurden separat in einem Gebäude der jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße in Mitte festgehalten. Etwa eine Woche lang sammelten sich die nicht-jüdischen Angehörigen — hauptsächlich Ehefrauen — vor dem Gebäude und forderten in einem offenen Protest die Freilassung ihrer Ehemänner. Trotz Belästigungen und Drohungen hielt der Protest an. Goebbels ordnete schließlich die Freilassung der rund 1.700 Festgehaltenen an, um breitere zivile Unruhen zu vermeiden.Wo befindet sich das Rosenstraße-Denkmal?
Das Skulpturendenkmal „Block der Frauen" von Ingeborg Hunzinger steht in der Rosenstraße in Mitte, nahe der Kreuzung mit der Neuen Friedrichstraße, in der Nähe des Hackeschen Marktes. Die Bronzefiguren zeigen Frauen in Haltungen der Trauer und des Protests. Das Denkmal wurde 1995 aufgestellt und ist jederzeit frei zugänglich.Wer waren die „U-Boote" und wie überlebten sie?
Jüdinnen und Juden, die in Berlin untertauchten, anstatt deportiert zu werden, wurden umgangssprachlich „U-Boote" genannt — untergetaucht, unsichtbar, unter der Oberfläche der Stadt überlebend. Schätzungsweise 1.700 überlebten die gesamte Kriegszeit, versteckt in Berlin, unterstützt von Netzwerken nicht-jüdischer Helfer. Diese Helfer gingen ein erhebliches persönliches Risiko ein — das Verstecken eines Juden war ab 1942 ein Kapitalverbrechen. Diejenigen, die Unterkunft, Nahrung und gefälschte Dokumente beschafften, kamen aus verschiedenen Milieus: kommunistische Aktivisten, christlich motivierte Gläubige, frühere Arbeitgeber oder Kollegen, Nachbarn und zufällige Begegnungen.Gibt es in Berlin ein Denkmal für die Herbert-Baum-Gruppe?
Eine Gedenkplakette für die Herbert-Baum-Gruppe befindet sich am Lustgarten auf der Museumsinsel, nahe dem Ort des Anschlags auf die Sowjetparadies-Ausstellung von 1942. Außerdem erinnern ein Straßenname im Bezirk Mitte (Herbert-Baum-Straße) und eine Plakette am früheren Siemens-Werk, wo Baum als Zwangsarbeiter tätig war, an ihn. Der Jüdische Friedhof in Weißensee enthält Gräber einiger Gruppenmitglieder.
Weiterlesen

Jüdische Geschichte Berlins — 2.000 Jahre Gemeinschaft, Kultur und Überleben
Die jüdische Gemeinschaft Berlins vom Mittelalter bis heute: Epochen, Persönlichkeiten, Stätten und die Gemeinde der Gegenwart.

Jüdisches Berlin vor 1933 — die Welt, die die Nationalsozialisten zerstörten
Jüdisches Leben in Berlin vor 1933: der Weimarer Kulturhöhepunkt, bedeutende Künstler und Wissenschaftler und die Gemeinschaft, die die Nazis vernichteten.

Kristallnacht in Berlin — die Orte des Novemberpogroms 1938
Leitfaden zur Kristallnacht in Berlin: die Schauplätze des Novemberpogroms 1938, was an jedem Ort geschah, und die Gedenkstätten, die sie heute markieren.

Holocaust-Gedenkstätten in Berlin – der vollständige Überblick
Vollständiger Überblick über Berlins Holocaust-Gedenkstätten: Mahnmal, Topographie des Terrors, Gleis 17, Wannsee-Konferenz und Sachsenhausen.

Jüdisches Museum Berlin — der vollständige Besucherführer
Alles zum Jüdischen Museum Berlin: Libeskinds Architektur, Dauerausstellung, Tickets und praktische Besuchstipps für 2026.

Scheunenviertel — Berlins historisches jüdisches Viertel in Mitte
Vollständiger Reiseführer zum Scheunenviertel, Berlins historischem jüdischen Einwandererviertel in Mitte: Geschichte, wichtige Orte und was heute noch davon