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Spreewald — Brandenburgs UNESCO-Biosphärenreservat im Kahnland, Germany

Spreewald — Brandenburgs UNESCO-Biosphärenreservat im Kahnland

Auf Holzkähnen durch 1.000 km Kanäle gleiten, die berühmten Spreewälder Gurken kosten und ein UNESCO-Biosphärenreservat erkunden — 90 Minuten von Berlin.

From Berlin: Spreewald Canoe or Kayak Tour with Guide

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Auf einen Blick

Entfernung von Berlin
100 km südlich von Berlin
Bahn
RE2 oder RE10 nach Lübbenau / Lübben (~90 Min., €10–14 mit Brandenburg-Ticket)
Eintritt
Natur kostenlos; Kahnfahrten ab €10 p. P.
Saison
Ganzjährig — Kähne fahren April bis Oktober
Highlights
Kanäle, sorbische Kultur, Gurken, Storchennester

Kaum eine Landschaft in Deutschland wirkt so unverwechselbar wie der Spreewald. Kaum 90 Minuten von Berlins Mitte entfernt mit dem Regionalzug, erstreckt sich dieses UNESCO-Biosphärenreservat über mehr als 1.000 km miteinander verbundener Kanäle, schmaler Fließe und moosiger Gewässer inmitten uralter Erlen- und Eichenwälder. Flachbodige Holzkähne — die sogenannten Kähne — befördern hier seit Jahrhunderten Menschen, Pakete und Waren und tun es bis heute. An einem Sommernachmittag, wenn Ruderblätter lautlos durch stilles grünes Wasser tauchen, während Reiher reglos auf umgefallenen Baumstämmen verharren, ist dieses Erlebnis — schlicht gesagt — bewegend.

Anreise aus Berlin: Züge und Brandenburg-Ticket

Der einfachste Weg ist der RE2 ab Berlin Ostbahnhof oder Berlin Südkreuz direkt nach Lübbenau (Spreewald) — Fahrtzeit rund 90 Minuten, stündlich zwei Züge. Der RE10 ab Berlin Lichtenberg erreicht Lübben in ähnlicher Zeit. Beide Orte eignen sich hervorragend als Ausgangspunkt.

Das Brandenburg-Ticket (ab €29 für 1–5 Personen, ganztägig gültig auf Regionalzügen und Linienbussen in Brandenburg) macht einen Tagesausflug sehr erschwinglich. Es gibt es in der DB-Navigator-App oder an Fahrkartenautomaten. Die erste Abfahrt liegt gegen 05:30 Uhr, sodass man bei einem ruhigen Morgen auf dem Wasser schon um 07:30 Uhr in Lübbenau sein kann.

Mit dem Auto: A13 Richtung Süden ab Berlin, Ausfahrt Lübbenau, rund 80 Minuten. Parken am Kahnhafen kostet etwa €4 pro Tag.

Auf dem Wasser: Kahnfahrten und Kajakverleih

Das Herzstück des Spreewalds ist eine geführte Kahnfahrt. Erfahrene Fährleute staken einen lautlos durch schmale Kanäle, gesäumt von Trauerweiden und Gartengrundstücken. Halbtagestouren (2–3 Stunden) ab dem Großen Hafen in Lübbenau kosten rund €14–18 pro Erwachsenen; für Kinder gelten günstigere Preise. Buchungen an den Hafenkiosken oder vorab online — Sommerwochenenden füllen sich schnell.

Wer lieber sein eigenes Tempo bestimmt, findet in Lübbenau und Lübben Kajak- und Kanuverleih, meist ab €12–15 pro Boot und Tag. Beschilderte Routen mit Rastplätzen und einfachen Gaststätten durchziehen das Kanalnetz. Der klassische Rundkurs von Lübbenau über das Freilandmuseum Lehde und zurück dauert in gemächlichem Paddelrhythmus drei bis vier Stunden.

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Lehde: das schwimmende Dorf

Eine 25-minütige Kahnfahrt oder 45-minütige Paddeltour ab dem Lübbenauer Hafen führt nach Lehde — eines der letzten echten Inseldörfer in Mitteleuropa, wo man jedes Haus nur über Wasser erreicht. Das Freilandmuseum Lehde (April–Oktober geöffnet, €5 Erwachsene) bewahrt drei traditionelle sorbische Bauerngehöfte mit Werkzeug, Einrichtung und Tieren und vermittelt so, wie die Menschen seit über tausend Jahren in dieser Landschaft gelebt haben.

Die Sorben (Wenden) — ein slawisches Volk, das seit fünfzehn Jahrhunderten im Spreewald heimisch ist — sprechen noch heute Niedersorbisch, und zweisprachige Beschilderung ist in der Region weit verbreitet. Diese kulturelle Dimension unterscheidet den Spreewald von jedem anderen brandenburgischen Wald.

Die berühmten Spreewälder Gurken (Spreewälder Gurken)

Rund 15 % der deutschen Gurkenernte stammt aus Spreewalder Feldern, und die Spreewälder Gurken genießen EU-geschützte geografische Angabe. Sie sind an Straßenständen, Marktverkäufern und Hofläden in der ganzen Region erhältlich — ganz, halbiert, mit Dill und Knoblauch gewürzt oder in Senfsauce eingelegt. Sie sind spürbar knackiger und aromatischer als Supermarktware. Einige Produzenten bieten auf Anfrage Werksführungen an; der größte, Kühne, hat ein Besucherzentrum in Lübbenau, das im Sommer meist geöffnet ist.

Wer tiefer in die Gurkenkultur eintauchen möchte, findet im kleinen Gurkenmuseum in Lehde die Geschichte des Gurkenanbaus, Einmachtraditionen und das PGI-Verfahren. Der Eintritt ist günstig, und es ist ein wirklich unterhaltsamer Stopp für Familien mit Kindern.

Was essen und trinken

Neben der allgegenwärtigen Gurke hat der Spreewald eine starke Tradition der Süßwasserfischküche. An Ufer-Gaststätten finden sich Krebse, Barsch und Aal. Die Pension und Gaststätte Zum Grünen Strand der Spree in Leipe (per Kahn erreichbar) serviert ausgezeichnete traditionelle brandenburgisch-sorbische Küche an Außentischen direkt am Wasser. In Lübbenau gibt es in der Stadtmitte mehrere Cafés, die Quark mit Leinöl anbieten — eine regionale Spezialität, die auf slawische Siedler zurückgeht.

Lokales Craft-Bier aus kleinen Brandenburger Brauereien ist in den meisten Restaurants erhältlich. Wer Wein möchte: Brandenburg produziert kaum welchen — entweder mitbringen oder akzeptieren, dass es hier Bierland ist.

Jenseits des Wassers: Wandern und Radfahren

Der Spreewald verfügt über mehr als 500 km ausgeschilderte Radwege, viele davon entlang der Kanäle oder über hölzerne Brücken. Der Radweg Spreewald verbindet auf einer Rundstrecke Lübbenau, Lehde, Leipe und Schlepzig — rund 45 km, an einem Tag für die meisten Radler problemlos zu schaffen. Fahrradverleih ist am Bahnhofsvorplatz in Lübbenau verfügbar (ca. €12/Tag inklusive Helm).

Zu Fuß führt der Weg von Lübben nach Schlepzig durch das Naturschutzgebiet Südspreewald in etwa drei Stunden und bietet einige der besten Vogelbeobachtungsmöglichkeiten in Brandenburg. Von April bis August nisten Weißstörche auf Dächern und Schornsteinen der Region; auch Schlangenadler werden regelmäßig gesichtet.

Praktische Planungstipps

  • Brandenburg-Ticket: unverzichtbar für Gruppen ab 2 Personen — die Ersparnis ist erheblich.
  • Kahnfahrten: Im Sommer früh ankommen (vor 10:00 Uhr), um Warteschlangen am Lübbenauer Hafen zu vermeiden; alternativ ab Lübben starten, das ruhiger ist.
  • Mücken: Das feuchte Ökosystem des Spreewalds bedeutet im Juni und Juli reichlich Insekten. Mückenschutz mitbringen.
  • Baden: Nicht in den Hauptkanalläufen (Bootsverkehr), aber in der Nähe von Lübben und im Südspreewald gibt es ausgewiesene Badestellen.
  • Barrierefreiheit: Kahnfahrten sind für Kinderwagen und einige Mobilitätshilfen geeignet — bei einzelnen Anbietern nachfragen. Ufer- und Radwege sind flach und für die meisten Fitnessgrade geeignet.
  • Übernachten: In Lübbenau gibt es Pensionen und kleine Hotels ab rund €60/Nacht; eine Übernachtung ermöglicht es, den Wald im Morgengrauen zu erleben — ein unvergessliches Erlebnis.
From Berlin to the Fairy-Tale Forests of the SpreewaldFrom Berlin to the Fairy-Tale Forests of the SpreewaldVerfügbarkeit prüfen

Tagesausflug oder Übernachtung: Was passt besser?

Als Tagesausflug aus Berlin lässt sich bequem einplanen: morgendliche Ankunft, eine zweistündige Kahnfahrt, Mittagessen in einer Ufer-Gaststätte, Nachmittagspaddeln oder -spaziergang durch Lehde und Rückfahrt am frühen Abend. Das ergibt einen erfüllten 10-Stunden-Tag ohne Hetze.

Eine Übernachtung erschließt jedoch einen anderen Spreewald. Die meisten Touristen sind um 18:00 Uhr weg, und das Kanalnetz wird wirklich ruhig. Morgennebel über den Kanälen, Vogelgesang vor dem ersten Kahnbetrieb und die Möglichkeit, in Ruhe zu Abend zu essen — wer an einem Montagabend bleibt, hat oft ganze Kanalabschnitte ganz für sich.

Kombinieren mit anderen Zielen

Der Spreewald lässt sich hervorragend mit Tropical Islands kombinieren, das nur 25 km östlich bei Krausnick liegt — ein Indoor-Tropenbad in einer umgebauten Luftschiffhalle. Manche Besucher schaffen beides an einem Tag: morgens Kanäle, nachmittags Strand. Bad Saarow mit dem Scharmützelsee-Thermalbad liegt 50 km nordöstlich und könnte mit einer Übernachtung verbunden werden.

Für eine längere Brandenburg-Rundreise liegen Buckow und die Märkische Schweiz 80 km nördlich, und Rheinsberg mit seinem Seeschloss nochmals 60 km nordwestlich.

Häufig gestellte Fragen zum Spreewald

Wie lange dauert die Bahnfahrt von Berlin?

Der RE2 ab Berlin Ostbahnhof erreicht Lübbenau in rund 90 Minuten. Erste Züge fahren gegen 05:30 Uhr; letzte Rückfahrten ab Lübbenau gegen 22:30 Uhr.

Muss ich eine Kahnfahrt vorab buchen?

Im Juli und August, besonders an Sommerwochendenden, können die Touren am Lübbenauer Haupthafen ausgebucht sein. Eine Online-Buchung 1–2 Tage vorher empfiehlt sich für Wochenendbesuche. An Werktagen in der Nebensaison ist in der Regel auch ohne Reservierung ein Platz frei.

Ist der Spreewald für Kinder geeignet?

Auf jeden Fall. Kahnfahrten sind ruhig, und Kinder begeistern sich für die engen Kanäle. Das Freilandmuseum Lehde und das Gurkenmuseum sind beide kinderfreundlich. Die flachen Radwege eignen sich zudem ideal für Familienausflüge.

Was ist das Brandenburg-Ticket, und lohnt es sich?

Das Brandenburg-Ticket kostet ab €29 für eine Person und erlaubt bis zu fünf Personen, den ganzen Tag lang Regionalzüge und Linienbusse in ganz Brandenburg zu nutzen. Für eine Gruppe ab zwei Personen beim Spreewald-Tagesausflug ist es fast immer günstiger als Einzeltickets.

Kann man im Spreewald schwimmen?

Nicht in den Hauptkanälen mit Bootsverkehr. Ausgewiesene Badestellen gibt es bei Lübben und im Südspreewald — am besten lokal nachfragen oder die Touristeninformation am Lübbenauer Bahnhof aufsuchen.

Wann ist der Spreewald am wenigsten überfüllt?

Werktage im Mai, Juni und September bieten die beste Kombination aus gutem Wetter und überschaubarem Andrang. Juli und August an Wochenenden sind am belebtesten; Winterbesuche (November bis März) sind atmosphärisch, aber die Kahnfahrten haben eingeschränkte Fahrpläne.

Gibt es geführte Touren ab Berlin?

Ja — verschiedene Anbieter bieten ganztägige geführte Ausflüge mit Zugfahrt, Kahnfahrt und Mittagessen an. Das ist eine gute Option, wenn man die Logistik lieber in professionellen Händen weiß — besonders für Erstbesucher oder Familien.

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