Buckow — Märkische Schweiz, Brecht und Brandenburger Hügel
Die sanften Hügel, klaren Seen und Buchenwälder der Märkischen Schweiz sowie das Sommerhaus, in dem Bertolt Brecht schrieb — 70 km östlich von Berlin.
Auf einen Blick
- Entfernung von Berlin
- 70 km östlich von Berlin
- Bahn
- RE1 bis Müncheberg, dann Bus 928 nach Buckow (ca. 80 Min. gesamt)
- Naturpark
- Naturpark Märkische Schweiz — Brandenburgs ältester, gegründet 1929
- Brecht-Bezug
- Bertolt Brecht und Helene Weigel verbrachten hier 1952–1956 ihre Sommer
- See
- Buckower See — warmer, klarer Gletschersee mit öffentlichem Strandbad
Brandenburg ist bekannt flach. Die Märkische Schweiz ist die Ausnahme. Ihr Name — „Schweiz der Mark Brandenburg” — wurde im 19. Jahrhundert von Berlinern halb ironisch geprägt, die die sanften Moränenhügel, klaren Seen und dichten Buchen-Eichen-Wälder der Region so vergleichsweise dramatisch fanden, dass ihnen der Spitzname als passend erschien. Nach alpinen Maßstäben sind das natürlich keine Berge. Als Ausbruch aus der offenen Ebene, die sich in alle Richtungen von Berlin erstreckt, sind die kurzen, steilen Täler und bewaldeten Rücken des Naturparks Märkische Schweiz jedoch auf ihre eigene Art außergewöhnlich.
Die Kleinstadt Buckow liegt im Zentrum des Parks und ist idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge aus Berlin.
Anreise aus Berlin
Mit Bahn und Bus: RE1 ab Berlin Ostbahnhof nach Müncheberg (Mark) (ca. 55 Minuten), dann Regionalbus 928 südwärts in das Buckower Stadtzentrum (ca. 25 Minuten, fährt ungefähr zweistündlich). Fahrplan sorgfältig prüfen — die Busfrequenz ist gering, und einen Anschluss zu verpassen bedeutet eine erhebliche Wartezeit. Das Brandenburg-Ticket gilt für beide Streckenabschnitte.
Mit dem Auto: A12 Richtung Osten bis Ausfahrt Frankfurt/Oder-West, dann südwestlich auf B1 und B168 nach Buckow — ca. 65–70 km und 55 Minuten. Parken ist im Stadtzentrum und am See möglich.
Der Naturpark: Wanderwege und Landschaft
Der Naturpark Märkische Schweiz umfasst rund 205 km² des Märkisch-Oderländischen Plateaus. Die Landschaft wurde durch die Weichselvereisung geprägt, die eine hügelige Oberfläche aus Seen, versteckten Tälern und Waldrücken hinterließ. Mehrere Seen gehören wegen des geringen Landwirtschaftsdrucks zu den klarsten in Brandenburg.
Wanderwege sind gut markiert und ausgeschildert. Der klassische Rundweg, der Buckower Rundweg (ca. 12 km, 3–4 Stunden), verbindet den Buckower See mit Martinssee, Mühlensee und Tornowsee durch gemischten Buchen-Eichen-Wald. Der Weg bietet mehrere Aussichtspunkte über die Seekette. Eine kürzere Variante von 7 km bleibt am Buckower See und eignet sich für Familien.
Die Lindenallee — eine Allee alter Linden, die Buckow mit den umliegenden Dörfern verbindet — ist eines der schönsten Beispiele historischer ländlicher Bepflanzung in Brandenburg.
Bertolt Brecht und Helene Weigels Sommerhäuser
Zwischen 1952 und 1956 verbrachten der Dramatiker Bertolt Brecht und seine Frau und Künstlerkollegin Helene Weigel ihre Sommer in Buckow. In dieser Zeit schrieb Brecht die Buckower Elegien, einen Zyklus kurzer Gedichte, der zu seinen letzten vor seinem Tod 1956 gehört — nachdenklich, desillusioniert, mitunter scharf, durchzogen von der ihn umgebenden Landschaft.
Das Bertolt-Brecht-Weigel-Haus in der Bertolt-Brecht-Straße 30 bewahrt beide Anwesen — Brechts kleines Schreibhaus und Weigels separates Landhaus — weitgehend im Zustand des letzten Aufenthalts. Das Museum ist Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (Mai bis Oktober), Eintritt ca. 5 € für Erwachsene. In den Innenräumen befinden sich Brechts Bibliothek, Schreibtisch und persönliche Gegenstände; Weigels Zimmer dokumentieren ihre Karriere als Schauspielerin am Berliner Ensemble. Der Garten ist bemerkenswert: gepflegt, ruhig und weitgehend unverändert.
Für alle, die an deutschem Literatur- und Theaterleben des 20. Jahrhunderts interessiert sind, ist dies eines der unerwartet bewegenden kleinen Museen der Berliner Region.
Schwimmen und Wassersport
Der Buckower See hat ein gepflegtes öffentliches Strandbad am Südufer mit Sandstrand, Umkleidekabinen und Bademeis teraufsicht im Sommer. Das Wasser ist sauber und die Sicht ausgezeichnet; Schwimmen ist von Juni bis August beliebt, wenn die Oberflächentemperaturen 22–24 °C erreichen. Der Eintritt zum öffentlichen Strandbad ist kostenlos.
Tret- und Ruderboote können am Steg neben dem Strand gemietet werden, typischerweise ab ca. 8–12 € pro Stunde.
Essen in Buckow
Die Kleinstadt hat mehrere traditionelle Gaststätten und Cafés rund um den Marktplatz und entlang der Seepromenade. Schloss Buckow — ein kleines Herrenhaus als Hotel und Restaurant — serviert Brandenburger Regionalküche zu moderaten Preisen auf einer angenehmen Gartenterrasse. Das Strandcafé am Buckower See ist die zwanglose Seeoption mit Fischgerichten und Brandenburger Spezialitäten.
Die Auswahl in Buckow ist verglichen mit größeren Städten begrenzt — die Dauereinwohnerschaft liegt bei nur rund 2.000 Personen. Ein oder zwei Restaurants können unter der Woche außerhalb der Hauptsaison geschlossen sein.
Praktische Planungstipps
- Buszeiten: Der Bus 928 fährt ungefähr zweistündlich; die Rückreise sorgfältig planen. Der letzte Bus von Buckow zurück nach Müncheberg fährt werktags typischerweise um 18:00–19:00 Uhr (aktuelle Zeiten auf VBB.de prüfen).
- Brandenburg-Ticket: Gilt für die gesamte Strecke. Für Gruppen von 3–5 Personen besonders günstig.
- Kleidung: Auf den Waldwegen empfiehlt sich gutes Schuhwerk — nach Regen können die Wege matschig sein. Das Gelände ist sanft, aber uneben.
- Herbstbesuche: Oktober ist außergewöhnlich — der Buchenwald auf den Moränenkuppen leuchtet gold und kupferfarben, und die Besucherzahlen fallen nach dem Sommer deutlich. Eine der schönsten Herbstwanderungen Brandenburgs.
- Museumsöffnung: Das Brecht-Weigel-Haus ist nur von Mai bis Oktober geöffnet. In der Nebensaison vorab bestätigen.
Kombinieren mit anderen Brandenburger Zielen
Buckow lässt sich gut mit Bad Saarow verbinden — beide liegen im Oder-Spree-Seenland, mit dem Auto ca. 30 km voneinander entfernt. Ein Ganztag könnte morgens Buckow (Waldwanderung) und nachmittags die Saarow Therme umfassen. Rheinsberg liegt 80 km nordwestlich — für einen einzigen Tag ohne Übernachtung zu weit, aber eine Option für eine mehrtägige Brandenburg-Rundtour. Tropical Islands liegt 60 km südlich mit dem Auto.
Häufig gestellte Fragen zu Buckow
Wie komme ich von Berlin nach Buckow mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
RE1 ab Berlin Ostbahnhof bis Müncheberg (Mark), dann Bus 928 südwärts nach Buckow. Gesamtfahrzeit ca. 80 Minuten. Das Brandenburg-Ticket gilt für beide Abschnitte. Busfrequenz ca. zweistündlich — vor der Abfahrt den VBB-Fahrplan prüfen.
Was macht die Märkische Schweiz besonders gegenüber dem übrigen Brandenburg?
Die Moränenlandschaft schafft kurze Hügel, versteckte Täler und eine Reihe klarer Gletscherseen, die für das sonst flache Brandenburg ungewöhnlich sind. Die Buchen-Eichen-Waldbedeckung gehört zu den dichtesten der Region. Der Naturpark steht seit 1929 unter Schutz — länger als fast jedes andere Schutzgebiet der Gegend.
Lohnt sich das Brecht-Weigel-Museum?
Für alle, die an deutschem Literatur- und Theaterleben des 20. Jahrhunderts interessiert sind: ja. Die erhaltenen Innenräume, Bibliothek und Garten sind zurückhaltend, aber wirklich eindringlich. Das Museum ist Mai bis Oktober, Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Eintritt ca. 5 €.
Kann man im Buckower See schwimmen?
Ja. Das öffentliche Strandbad (Strandbad Buckow) am Südufer hat freien Zugang, Umkleidekabinen und Badeaufsicht im Sommer. Das Wasser ist außergewöhnlich klar — zu den besten Seen der Berliner Region.
Eignet sich Buckow als Tagesausflug aus Berlin?
Ja, gut machbar. Mit Ankunft gegen Vormittag bleibt Zeit für eine Waldwanderung, den Brecht-Besuch, Mittagessen und ein Bad vor dem Rückbus. Die begrenzte Busfrequenz macht eine vorausschauende Rückfahrtplanung nötig.
Wann ist die beste Zeit für einen Buckow-Besuch?
Ende Mai bis Anfang Oktober für das volle Erlebnis (Wandern, Schwimmen, Museum). Oktober ist besonders schön für das Herbstlaub. Winterbesuche sind stimmungsvoll, aber das Brecht-Museum ist geschlossen und der Busverkehr eingeschränkt.
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