Berlin unterm Hakenkreuz: ein Stadtrundgang zu den wichtigsten Stätten des Dritten Reichs
Berlin: Third Reich Tour — Under the Swastika
Welche Orte des Dritten Reichs sind heute noch im Berliner Zentrum zu sehen?
Die wichtigsten Stätten sind die Topographie des Terrors (ehemaliges Gestapo- und SS-Hauptquartier), das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die Neue Wache, der Bebelplatz als Ort der Bücherverbrennung, das Gelände der Reichskanzlei (heute unter dem Parkplatz nahe dem Führerbunker) sowie das Olympiastadion. Die meisten liegen fußläufig voneinander entfernt in Mitte und Kreuzberg.
Welche Stätten des Dritten Reichs sind heute noch im Berliner Zentrum zu sehen? Die Topographie des Terrors (ehemaliges Gestapo- und SS-Hauptquartier), das Holocaust-Mahnmal, der Bebelplatz als Ort der Bücherverbrennung, der Standort des Führerbunkers und die Neue Wache liegen alle in einem Umkreis von knapp 3 km in Mitte und südlichen Bereichen von Mitte und Kreuzberg. Der Weg zwischen ihnen zeigt, wie das nationalsozialistische Regierungsviertel räumlich organisiert war — und wie das Nachkriegsberlin entschieden hat, diese Adressen zu erinnern, zu verdecken und zurückzuerobern.
Dieser Guide bietet eine stimmige Laufroute mit historischem Kontext. Er ist keine Unterhaltung, sondern eine Orientierungshilfe für alle, die die NS-Zeit Berlins anhand der verbliebenen Topographie begreifen wollen.
Vor dem Rundgang — wie das Viertel 1938 aussah
Das Berliner Zentrum des Dritten Reichs unterschied sich erheblich von der Stadt, die man heute durchquert. Albert Speer, 1937 von Hitler zum Generalbauinspektor ernannt, hatte Pläne, weite Teile von Mitte abzureißen und als „Germania” neu zu errichten — eine imperiale Hauptstadt, die Rom und Paris in den Schatten stellen sollte.
Die geplante Nord-Süd-Prachtstrasse sollte 7 km durch die Stadt verlaufen, 120 Meter breit, am einen Ende von einem Triumphbogen flankiert, am anderen von der Volkshalle — einer Kuppelhalle mit Platz für 180.000 Stehende, so gewaltig, dass sich aus dem Schweiß der Massen im Inneren Wolken gebildet hätten. Diese Pläne wurden begraben, als sich der Krieg gegen Deutschland wandte, doch Modelle davon sind im Deutschen Historischen Museum erhalten.
Was das Dritte Reich zwischen 1933 und 1939 tatsächlich im Berliner Zentrum baute, war eine Machtkonzentration entlang der Wilhelmstrasse und der Voßstrasse, die dieses Viertel zum Verwaltungszentrum eines Vernichtungsstaates machte. Wer heute durch diese Straßen geht, findet die meisten Gebäude nicht mehr vor. Aber der Straßengrundriss ist weitgehend erhalten — und die Adressen sind real.
Die Laufroute — sechs Stationen
Station 1: Topographie des Terrors, Niederkirchnerstrasse 8
Hier beginnen. Einplanen: 2–2,5 Stunden.
Die Topographie des Terrors belegt die freigelegten Fundamente des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers (Prinz-Albrecht-Strasse 8) und des angrenzenden SS-Hauptamtskomplexes. Das Innendokumentationszentrum ist kostenlos, täglich 10:00–20:00 Uhr geöffnet.
Die Außenausstellung verläuft entlang der Niederkirchnerstrasse (der früheren Prinz-Albrecht-Strasse), neben einem erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer. Die Kombination ist bewusst gewählt und historisch bedeutsam: Die Mauer wurde auf den Trümmern der NS-Bauten errichtet.
Die Ausstellung dokumentiert nicht nur, wer die Gestapo war, sondern wie sie funktionierte — einschließlich der zentralen Rolle von Denunziationen aus der Bevölkerung. Sie ist die umfassendste kostenlose Einführung in den nationalsozialistischen Sicherheitsapparat, die der Öffentlichkeit zugänglich ist. Lesenswert sind die Tafeln zur Deportation der Berliner jüdischen Bevölkerung, zur Verfolgung politischer Gegner und zu den Gefangenen, die in den Kellerzellen festgehalten wurden.
Die vollständige Geschichte des Ortes findet sich im Guide zur Geschichte der Gestapo-Zentrale.
Anfahrt: U6 Kochstrasse (3 Minuten Fußweg) oder S1/S2 Anhalter Bahnhof (6 Minuten Fußweg).
Station 2: Führerbunker-Areal und ehemalige Reichskanzlei, In den Ministergärten
Von der Topographie des Terrors etwa 650 Meter nördlich entlang der Wilhelmstrasse. Einplanen: 20–30 Minuten.
Oberirdisch gibt es hier keine explizite Kennzeichnung. Der ungefähre Standort von Hitlers Führerbunker — wo er vom 16. Januar 1945 bis zu seinem Tod am 30. April 1945 blieb — liegt heute unter einem Parkplatz und Wohnblöcken nahe der Kreuzung Gertrud-Kolmar-Strasse / In den Ministergärten.
Eine kleine, leicht zu übersehende Informationstafel am Parkplatzeingang gibt den historischen Überblick. Die Entscheidung, hier keine bedeutende Gedenkstätte zu errichten, war bewusst: Die Sorge vor einer Pilgerstätte für Neonazis überwog alle anderen Überlegungen. Das Ergebnis ist eines der eigentümlichsten Beispiele für Abwesenheit als Erinnerungsform in dieser Stadt.
Die Neue Reichskanzlei, von Speer entworfen und in neun Monaten 1938–1939 gebaut, erstreckte sich entlang der Voßstrasse von der Wilhelmstrasse westwärts bis zur Hermann-Göring-Strasse. Sie wurde zwischen 1945 und 1949 von sowjetischen Pionieren abgetragen; ihr Marmor landete im Treptower Park. Die Straße selbst heißt heute noch Voßstrasse, und der Grundriss des Kanzleigartens — wo sich der Bunkereingang befand — liegt nun unter den Wohnblöcken an der Gertrud-Kolmar-Strasse.
Hier im Jahr 2026 in einem ruhigen Wohnviertel zu stehen, ist selbst eine Art historische Information. Die bewusste Auslöschung des Ortes ist Teil der Nachkriegsgeschichte.
Einen ausführlichen Bericht bietet der Guide zur Geschichte des Führerbunkers.
Station 3: Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal), Cora-Berliner-Strasse
Vom Führerbunker-Areal etwa 200 Meter nördlich. Einplanen: 30–45 Minuten.
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (offizieller Name: Denkmal für die ermordeten Juden Europas) wurde 2005 eröffnet. Es wurde von Peter Eisenman entworfen und nimmt 19.073 Quadratmeter unmittelbar südlich des Brandenburger Tors ein — 2.711 Betonstelen unterschiedlicher Höhe, in einem wellenförmigen Raster angeordnet.
Das Design erzeugt einen unmittelbaren Wahrnehmungseffekt: Betritt man das Stelenfeld von den Rändern her, lässt das bewegte Gelände und die unterschiedliche Höhe der Stelen ein Gefühl von Desorientierung und Isolation entstehen. Der Stadtlärm verstummt; Wege verschwinden. Manche Besucher empfinden das als eindringlich, andere als zu abstrakt.
Das unterirdische Informationszentrum (Ort der Information) unter dem Denkmal liefert den konkreten historischen Gehalt, den die Stelen im Freien bewusst zurückhalten. Es dokumentiert die Phasen von Verfolgung und Vernichtung, mit Räumen zu Einzelschicksalen, Familiengeschichten und Stätten des Massenmordes in ganz Europa. Der Eintritt ist frei; in der Hochsaison können Wartezeiten entstehen — früh kommen lohnt sich.
Der Standort des Mahnmals — auf dem Gebiet, das bis 1989 westlich der Mauer lag, direkt neben dem ehemaligen SS-Garten und dem leeren Grund der Reichskanzlei — ist ein sorgfältig durchdachtes räumliches Argument über Erinnerung und Verantwortung.
Besuchinformationen im Detail gibt der Guide zum Holocaust-Mahnmal.
Station 4: Brandenburger Tor und ehemaliges Regierungsviertel, Pariser Platz
400 Meter nördlich. Einplanen: 15–20 Minuten.
Das Brandenburger Tor steht am westlichen Ende der Straße Unter den Linden, dort wo die königliche Prachtstraße auf den Tiergarten trifft. Es wurde 1788–1791 erbaut und ist damit 140 Jahre älter als die NS-Zeit. Die Nationalsozialisten nutzten es für Aufmärsche — der Fackelzug nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 zog durch das Tor —, doch es ist kein NS-Monument.
Der umliegende Pariser Platz, im Krieg weitgehend zerstört und nach 1990 wiederaufgebaut, beherbergt heute die Französische Botschaft, die DZ Bank (entworfen von Frank Gehry), die Akademie der Künste, das Hotel Adlon (Neubau 1997) und die Amerikanische Botschaft. Am 30. Januar 1933 verfolgte Hitler den Fackelzug von einem Fenster der Reichskanzlei an der Wilhelmstrasse aus.
Blickt man vom Tor nach Süden, sind die Stelen des Holocaust-Mahnmals im Mittelgrund sichtbar. Dieses Nebeneinander von Staatsmacht und Gedenkstätte ist das räumliche Argument der heutigen Stadt.
Station 5: Bebelplatz — Ort der Bücherverbrennung, Unter den Linden
Etwa 800 Meter ostwärts entlang der Straße Unter den Linden. Einplanen: 15–20 Minuten.
Der Bebelplatz liegt auf der Südseite der Straße Unter den Linden, direkt vor der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität. Am 10. Mai 1933 organisierten NS-Studenten dort die Verbrennung von rund 20.000 Büchern von Autorinnen und Autoren, die als „undeutsch” galten — darunter Sigmund Freud, Karl Marx, Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Erich Maria Remarque und Magnus Hirschfeld (dessen Institut für Sexualwissenschaft, das erste Sexualforschungsinstitut der Welt, in derselben Woche ebenfalls zerstört wurde).
Das Denkmal (1995) des israelischen Bildhauers Micha Ullman ist eine Glasscheibe, bündig in das Pflaster des Platzes eingelassen. Darunter blickt man in eine weiße unterirdische Bibliothek mit leeren Regalen — Fassungsvermögen rund 20.000 Bände. Die Wirkung ist still und präzise. Man findet es in der Mitte des Platzes; man kann leicht darüber hinweggehen, ohne es zu bemerken.
Heines Zitat — „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen” (1820) — ist auf einer Tafel in der Nähe eingraviert. Heines Bücher gehörten 1933 zu jenen, die verbrannt wurden.
Die umgebenden Gebäude — die Humboldt-Universität (unter deren Studenten sich Marx, Engels, Einstein und Hegel befanden), die Staatsoper Unter den Linden, die Alte Bibliothek (ehemals königliche Bibliothek) — sind allesamt vornaziistische preußische Institutionen, was dem Platz seine besondere historische Schichtung verleiht.
Mehr dazu im Guide zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz.
Station 6: Neue Wache, Unter den Linden 4
Weitere 200 Meter ostwärts entlang der Straße Unter den Linden. Einplanen: 15 Minuten.
Die Neue Wache, ein klassizistisches Gebäude von Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahr 1818, ist seit 1993 die zentrale deutsche Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Es ist ein kleines Gebäude — ein einziger Raum mit einem zum Himmel hin offenen Oculus —, doch die Pieta von Käthe Kollwitz in der Mitte (ein vergrößerter Bronzeabguss von Kollwitz’ kleinem Original von 1937) gehört zu den emotional eindringlichsten Denkmälern in Berlin.
Die Inschrift lautet: „Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft.” Die erweiterte Kategorie — „Gewaltherrschaft”, nicht nur „Krieg” — schließt sowohl NS- als auch DDR-Opfer ein, was eine Debatte darüber ausgelöst hat, ob Täter und Opfer ausreichend voneinander unterschieden werden.
Der Eintritt ist frei. Das Gebäude ist täglich 10:00–18:00 Uhr geöffnet.
Den vollständigen historischen Kontext bietet der Guide zur Neuen Wache.
Berlin unterm Hakenkreuz — geführter Stadtrundgang zu den wichtigsten Stätten des Dritten Reichs mit historischem KommentarPraktische Planung der Route
Gesamte Gehstrecke: Etwa 3,5 km zwischen allen sechs Stationen.
Gesamtdauer: 5–6 Stunden einschließlich Innenbesuch der Topographie des Terrors und des Informationszentrums am Holocaust-Mahnmal sowie Außenbesichtigung aller übrigen Stationen.
Beste Zeit: Wochentags am Vormittag. Die Topographie des Terrors und das Holocaust-Mahnmal sind vor dem Mittag deutlich weniger überfüllt.
Anreise: Start an U6/S-Bahn Anhalter Bahnhof oder U6 Kochstrasse für Station 1. Ende an U6 Französische Strasse (nahe Bebelplatz) oder zu Fuß weiter zum S-Bahnhof Hackescher Markt.
Verpflegung: Wasser und einen kleinen Snack mitnehmen — unterwegs gibt es kaum Einkehrmöglichkeiten. Cafés finden sich entlang der Straße Unter den Linden. Vom Mittagessen direkt am Holocaust-Mahnmal ist abzuraten; was gelegentlich von Touristen praktiziert wird, gilt für die meisten Beobachter als unangemessen.
Geführter Rundgang zu Berlins bedeutendsten Stätten des Dritten Reichs — mit ausgebildetem HistorikerEin Hinweis zu Ton und Haltung
Dies sind Orte, an denen die schlimmsten Verbrechen der modernen europäischen Geschichte geplant und durchgeführt wurden. Berlin hat einen Großteil seiner zeitgenössischen kulturellen Identität auf einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dieser Geschichte aufgebaut — in einem Maß, das, so lässt sich sagen, keine andere Hauptstadt der Welt erreicht. Die Topographie des Terrors, das Holocaust-Mahnmal, die Neue Wache und das Bebelplatz-Denkmal sind ernste Orte, die aufmerksamen Besuch verdienen.
Selfies am Holocaust-Mahnmal, insbesondere solche, bei denen zwischen den Stelen gesprungen oder Komik inszeniert wird, werden vielfach kritisiert und haben öffentliche Debatten ausgelöst. Das Fotoprojekt „Yolocaust” von Shahak Shapiro (2017) montierte Holocaust-Bilder über Selfies, die am Mahnmal aufgenommen worden waren; der darauffolgende Aufschrei machte deutlich, wo die meisten Berliner die Grenze ziehen.
Wer diese Route bedächtig geht — Tafeln liest, sich Zeit lässt, einem kohärenten historischen Faden folgt statt Sehenswürdigkeiten abzuhaken —, verhält sich nicht nur respektvoller, sondern wird für die meisten Besucher auch erheblich mehr mitnehmen.
Für ein strukturiertes Zwei-bis-Drei-Tages-Programm, das diese Route mit Sachsenhausen und der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz verbindet, siehe den Historischen Pfad durch das Dritte Reich.
Häufige Fragen zu Berlin unterm Hakenkreuz
Wie lange dauert ein Rundgang zu den Stätten des Dritten Reichs in Berlin?
Eine kompakte Route über Topographie des Terrors, Führerbunker-Areal, Fundamente der Reichskanzlei, Holocaust-Mahnmal, Brandenburger Tor und Bebelplatz dauert etwa 4–5 Stunden in gemächlichem Tempo mit Zeit zum Lesen der Informationstafeln. Der Reichstag (Außenbereich) und das Regierungsviertel kommen noch einmal rund eine Stunde hinzu. Für Besuche der Innenräume sollte man einen ganzen Tag einplanen.Ist es angemessen, Stätten des Dritten Reichs in Berlin zu besuchen?
Ja. Der Besuch historischer Stätten des Verbrechens — in angemessener Ernsthaftigkeit — ist eine legitime und wichtige Form der historischen Bildung. Berlin hat seine Nachkriegsidentität auf einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dieser Geschichte aufgebaut. Die meisten Stätten sind kostenlos zugänglich und bewusst für die Öffentlichkeit gestaltet. Der richtige Umgang ist aufmerksam, sachlich und respektvoll — so wie man es an jeder bedeutenden Gedenkstätte hält.Was ist von der Reichskanzlei in Berlin noch übrig?
Oberirdisch nichts. Die Neue Reichskanzlei an der Voßstrasse, 1939 von Albert Speer fertiggestellt, wurde zwischen 1945 und 1949 von sowjetischen Pionieren abgerissen. Der Marmor aus den Innenräumen wurde für das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park verwendet. Die einzigen verbliebenen Spuren sind Fundamente, die gelegentlich bei Bauarbeiten freigelegt werden. Auf dem ungefähren Grundriss befindet sich heute ein Wohngebiet nahe In den Ministergärten, angrenzend an das Holocaust-Mahnmal.Was war der Führerbunker, und kann man ihn besichtigen?
Der Führerbunker war Hitlers unterirdischer Gefechtsstand unter dem Garten der Neuen Reichskanzlei, in dem er die letzten Kriegsmonate verbrachte und am 30. April 1945 starb. Der Bunker wurde von sowjetischen Pionieren beschädigt und schrittweise versiegelt. Eine kleine Informationstafel nahe der Kreuzung In den Ministergärten / Gertrud-Kolmar-Strasse markiert den ungefähren Standort. Der Bau selbst ist nicht öffentlich zugänglich — eine bewusste Entscheidung, um eine Wallfahrtsstätte für Neonazis zu verhindern.Was war der Bebelplatz, und was geschah dort?
Der Bebelplatz ist ein Platz an der Straße Unter den Linden, gegenüber der Humboldt-Universität. Am 10. Mai 1933 verbrannten NS-Studenten dort rund 20.000 Bücher jüdischer, kommunistischer und politisch missliebiger Autoren — eine Aktion gegen den undeutschen Geist. Heute erinnert ein Denkmal von Micha Ullman an das Ereignis: Durch eine Glasscheibe im Pflaster blickt man auf leere weiße Bücherregale, die von unten beleuchtet sind. Heines Inschrift „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen" ist in der Nähe eingraviert.Ist das Brandenburger Tor ein NS-Monument?
Nein. Das Brandenburger Tor wurde 1791 unter Friedrich Wilhelm II. von Preußen errichtet, lange vor der NS-Zeit. Die Nationalsozialisten nutzten es zwar ausgiebig für Aufmärsche und Zeremonien, und es taucht in der Regierungspropaganda auf — doch Ursprung und historische Hauptbedeutung sind vornaziistisch. Es ist ein Symbol der deutschen Teilung und Wiedervereinigung im Kalten Krieg — dazu mehr im Berliner Geschichte der geteilten Stadt-Guide.Welche Führungen decken die Stätten des Dritten Reichs am besten ab?
Die besten Touren konzentrieren sich gezielt auf die NS-Zeit, statt Kalter Krieg, Gegenwart und NS-Geschichte in einer Runde zu vermischen. Empfehlenswert sind Touren von mindestens 3–4 Stunden mit ausgebildeten Historikerinnen und Historikern statt allgemeinen Stadtführern. Touren, die an der Topographie des Terrors beginnen und dann durch das Regierungsviertel führen, sind in der Regel am kohärentesten.
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