Zum Hauptinhalt springen
Schwimmen in Berlins Seen — der komplette Reiseführer

Schwimmen in Berlins Seen — der komplette Reiseführer

Wo kann man in Berlin schwimmen?

Berlin hat über 50 ausgewiesene Badegewässer innerhalb des Stadtgebiets. Die beliebtesten sind das Strandbad Wannsee (Deutschlands größtes Binnenfreibad, Eintritt ca. 6 €), der Schlachtensee (kostenlos, S-Bahn direkt) und die Krumme Lanke (kostenlos, U3 direkt). Die meisten Seen sind von Juni bis August zum Schwimmen geeignet. Die Wasserqualität wird wöchentlich geprüft und unter berlin.de/badeseen veröffentlicht.

Kurze Antwort: Berlin hat über 50 ausgewiesene Badeseen innerhalb der Stadtgrenzen. Das Strandbad Wannsee ist das bekannteste Freibad (Eintritt ca. 6 €, riesiger Sandstrand). Schlachtensee und Krumme Lanke sind die Lieblinge der Einheimischen — kostenlos, sauber und bequem per S-Bahn bzw. U-Bahn erreichbar. Die Badesaison läuft von Juni bis August; aktuelle Wasserqualitätsberichte gibt es unter berlin.de/badeseen.


Berlin — eine Stadt, die ums Wasser gebaut ist

Die meisten Besucher stellen sich Berlin als eine binnenländische Stadt der Museen und des Nachtlebens vor. Dieser Eindruck täuscht. Die Stadt besitzt rund 180 Seen innerhalb ihrer Verwaltungsgrenze, mehr als 1.700 Kilometer Flüsse und Kanäle sowie eine tief verwurzelte Tradition des Freibadens, die weit über ein Jahrhundert zurückreicht.

An einem heißen Julitag ist ein beträchtlicher Teil der Berliner Bevölkerung gar nicht in der Stadt — sie liegt im Grunewald am Ufer des Schlachtensees oder treibt in den Untiefen der Krumme Lanke. Das ist kein Wochenendausflug aufs Land; diese Seen liegen innerhalb der Stadt. Manche sind per U-Bahn erreichbar.

Dieser Reiseführer stellt die Seen vor, die für Besucher wirklich relevant sind: wo sie liegen, wie man hinkommt, was sie kosten, wie voll sie werden und was man vor dem Besuch wissen sollte.


Strandbad Wannsee — Berlins großes Freibad

Der Strand

Wannsee ist der historische und symbolische Ausgangspunkt des Berliner Badelebens. Das Strandbad Wannsee wurde 1907 eröffnet und verzeichnete in seiner Blütezeit in den 1920er-Jahren eine Million Besucher pro Sommer. Heute ist es nach wie vor Deutschlands größtes Binnenfreibad — 1.275 Meter Sandstrand am Westufer des Großen Wannsees, breit genug, um auch größere Menschenmengen aufzunehmen.

Der Strand besteht aus echtem Sand, nicht aus Kies. Er fällt auf einer langen, flachen Strecke sanft ins Wasser ab, was ihn für Kinder und Nichtschwimmer besonders gut geeignet macht. Die Wassertemperatur liegt im Juli und August typischerweise zwischen 20 °C und 24 °C — warm genug, um stundenlang komfortabel zu schwimmen.

Ausstattung

Das Strandbad Wannsee ist mit Abstand die am besten ausgestattete Badestelle Berlins. Es gibt Umkleidekabinen und münzbetriebene Schließfächer, mehrere Imbissstände und ein Sitzrestaurant, Volleyballplätze, Tischtennis, ein eigenes Planschbecken für Kleinkinder sowie professionelle Bademeister während der gesamten Öffnungszeiten. Außerdem gibt es einen rollstuhlgerechten Wasserzugang, was das Strandbad Wannsee zur bestausgerüsteten Badestelle in der Stadt für Besucher mit eingeschränkter Mobilität macht.

Eintritt und Öffnungszeiten

Der Eintritt kostet ca. 6 € für Erwachsene und 3 € für Kinder (Preise vor dem Besuch auf der FBB-Website prüfen, da sie sich saisonal leicht ändern können). Das Freibad ist in der Regel von Ende Mai oder Anfang Juni bis September geöffnet, ungefähr von 10 bis 19 Uhr, je nach Wetterlage. An bewölkten oder kühlen Tagen kann es später öffnen oder früher schließen.

Anfahrt

Mit der S1 oder S7 bis Bahnhof Wannsee fahren. Von dort fährt der Bus 114 direkt zum Freibad — etwa 10 Minuten. Alternativ sind es 20 Minuten zu Fuß durch eine angenehme Wohngegend. Der See ist auch bei Radfahrern beliebt; Berlins Fahrradverleih bietet sich an, wenn man die Badetour mit einem ausgedehnteren Ausflug durch den Grunewald verbinden möchte.

Für Wannsee wird ein BVG-Ticket der ABC-Zone benötigt — ein normales AB-Tagesticket reicht nicht. Das sollte man bei der Planung einkalkulieren.

Das Gedränge-Problem

Das Strandbad Wannsee ist an heißen Sommerwochenenden extrem voll. Wirklich extrem. An einem Samstag im Juli bei über 30 °C bilden sich vor dem Mittag Schlangen am Eingangstor, und der Strand füllt sich rasch bis auf den letzten Platz. Wer einen guten Platz möchte, sollte vor 10 Uhr ankommen, möglichst früher. Alternativ empfiehlt sich ein Besuch an einem Wochentag am Morgen — der Unterschied zwischen einem Mittwoch um 9 Uhr und einem Samstag um 13 Uhr ist wie Tag und Nacht.

Wer an einem heißen Wochenende erst nach dem Mittag ankommt und eine lange Schlange vorfindet, sollte ernsthaft erwägen, wieder in die S-Bahn zu steigen und stattdessen zum Schlachtensee zu fahren. Das Strandbad Wannsee kann bei Spitzenbedingungen schnell von angenehm zu erdrückend kippen.

Die ruhigere Alternative: Kleiner Wannsee

Nur einen kurzen Spaziergang vom Hauptstrand entfernt bietet der Kleine Wannsee kostenloses Schwimmen ohne Infrastruktur und deutlich weniger Betrieb. Gleiche Gegend, gleiche Verkehrsanbindung — aber eine völlig andere Atmosphäre: einfach ein stilles Stück Ufer und Wasser. Ideal für alle, die die Wannsee-Lage ohne den Freibad-Trubel bevorzugen.

Ein historischer Hinweis

Die Gedenkstätte Wannseekonferenz — das Haus der Wannsee-Konferenz, in dem NS-Funktionäre im Januar 1942 die Koordination der Endlösung vornahmen — ist vom Strandbad aus etwa 20 Minuten zu Fuß entfernt. Es ist ein bedeutender Ort, der Besuch ist ernst und emotional fordernd. Wer beide Orte am selben Tag besuchen möchte, sollte die Gedenkstätte bewusst und getrennt einplanen — sie lässt sich nicht beiläufig an einen Strandnachmittag anhängen. Beide Erfahrungen vertragen sich schlecht miteinander und verdienen jeweils ihre eigene Zeit und Aufmerksamkeit.


Schlachtensee — der Liebling der Berliner

Warum Berliner den Schlachtensee wählen

Fragt man Berliner, wo sie wirklich schwimmen gehen, nennen die meisten den Schlachtensee. Er ist lang und schmal, liegt im bewaldeten Südwesten der Stadt im Grunewald und verfügt weder über Freibad-Infrastruktur noch über Eintrittspreise wie der Wannsee — was für viele gerade der Reiz ist. Man steigt am S-Bahnhof aus, sucht sich einen Platz am Ufer und springt ins Wasser. Mehr braucht es nicht.

Der Seenumfang beträgt etwa 3,5 Kilometer, und der flache, schattige Rundweg ist in gemächlichem Tempo in rund 45 Minuten zu umrunden. Viele Berliner verbinden einen Morgenschwimm mit einer vollständigen Runde um den See — das ist ein wirklich schöner Weg, einen Sommermorgen zu verbringen. Der Wald hält den Weg auch bei Hitze angenehm kühl.

Anfahrt

Die S1 hält am Bahnhof Schlachtensee, von dem der See in fünf Minuten zu Fuß erreichbar ist. Das ist einer der unkompliziertesten Seezugänge der Stadt — kein Busanschluss nötig, kein Umsteigen von den Hauptlinien. Ein AB-Ticket des BVG reicht für die Fahrt aus der Innenstadt.

Wasserqualität

Der Schlachtensee ist offiziell als Badegewässer ausgewiesen, und die Wasserqualität ist generell sehr gut. Vor dem Besuch berlin.de/badeseen prüfen — der Wochenbericht enthält eine eigene Rubrik für den Schlachtensee. Blaualgen können in heißen, windstillen Sommern auftreten; sieht das Wasser grünlich aus oder riecht es ungewöhnlich, sollte man den Warnflaggen Folge leisten und nicht schwimmen.

Café Schlachtensee

Am Nordufer des Sees hat das Café Schlachtensee eine Terrasse, die an Sommernachmittagen zu den angenehmsten Plätzen Berlins zählt. Kein Ausflugsziel für sich allein, aber ein guter Grund, nach dem Schwimmen nicht gleich aufzubrechen. Kaffee, kalte Getränke, einfache Speisen. Die Terrasse füllt sich an sonnigen Wochenenden schnell.

FKK und Hunde

Am Südende des Schlachtensees gibt es einen ausgewiesenen FKK-Bereich. Das ist in Berlin nichts Ungewöhnliches — er wird von anderen Badegästen respektiert und funktioniert ohne Aufhebens. Hunde sind in einem Bereich nahe dem Nordufer erlaubt; dort gibt es ein informelles Hundebad, das von Anwohnern regelmäßig genutzt wird.

Zu Fuß zur Krumme Lanke

Eine der schönsten Kurzwanderungen im Grunewald ist der 30-minütige Waldpfad, der Schlachtensee und Krumme Lanke verbindet. Zwei Seen, eine Waldwanderung dazwischen und am anderen Ende ein U-Bahnhof — das ergibt ein natürliches Halbtages-Programm. Start am S-Bahnhof Schlachtensee (S1), Schwimmen und Seerunde, Waldweg zur Krumme Lanke, bei Lust nochmals schwimmen, dann mit der U3 zurück. Kein Auto nötig.


Krumme Lanke — der U-Bahn-See

Ein ruhigerer, wilderer See

Die Krumme Lanke ist der kleinste der großen Grunewaldseen und der am stärksten bewaldete. Es gibt keine Infrastruktur — keine Umkleidekabinen, keine Imbisse, keine Bademeister — nur einen See mit bewaldeten Ufern, verhältnismäßig klarem Wasser und an den meisten Tagen deutlich weniger Besuchern als Wannsee oder Schlachtensee. Hierher kommen Berliner, die in Ruhe schwimmen möchten und gerne Handtuch, Wasser und Verpflegung selbst mitbringen.

Die Ufer sind stellenweise schmal und wirklich bewaldet — von einem Sandstrand ist man hier weit entfernt. Eine Unterlage oder ein Handtuch zum Hinlegen mitbringen. Die Zugänge sind gut ausgetretene Pfade durch die Bäume.

Anfahrt

Die Krumme Lanke hat eine besondere Eigenschaft: Sie ist der einzige Berliner Badesee, der direkt per U-Bahn erreichbar ist. Mit der U3 bis zur Endstation Krumme Lanke fahren — der See ist fünf Minuten zu Fuß entfernt. Das macht ihn aus der Innenstadt ohne Auto sehr leicht erreichbar, und da es die Endstation ist, gibt es keinen Durchgangsverkehr am Bahnhof. Ein AB-Ticket des BVG reicht für die Fahrt aus der Innenstadt. Die U3 ist am Wittenbergplatz und am Nollendorfplatz mit dem Hauptnetz verbunden.

FKK-Bereiche

Die Krumme Lanke hat FKK-Bereiche am Westufer. Wie am Schlachtensee sind diese klar ausgeschildert und nichts Besonderes — einfach ein Uferabschnitt, an dem textilfreies Baden üblich ist. Der Rest des Sees ist gemischt.

Die Waldwegverbindung

Der 30-minütige Waldpfad zum Schlachtensee (oben beschrieben) beginnt am Nordende der Krumme Lanke. Das ist der schönste Weg, beide Seen an einem Tag zu besuchen. Der Pfad ist flach, schattig und nicht kompliziert ausgeschildert — er ist ohne Schwierigkeiten zu finden.


Halensee — Schwimmen mitten in der Stadt

Ein urbaner Badesee

Der Halensee ist unter Berlins Badeseen ungewöhnlich, weil er in Charlottenburg liegt — also praktisch im westlichen Innenstadtgürtel und nicht in den Wäldern des Südwestens. Er ist klein, mit einem bescheidenen Strandbereich, aber die Tatsache, dass man ihn vom Bahnhof Zoo in 15 Minuten erreicht, ohne das städtische Umfeld zu verlassen, ist ein echter Vorteil.

Das Schwimmen hier ist kostenlos. Die Wasserqualität ist generell akzeptabel, kann aber aufgrund der urbaneren Lage variabler sein als bei den Grunewaldseen. Vor dem Besuch berlin.de/badeseen prüfen.

Anfahrt

S5, S7 oder S9 bis Bahnhof Halensee oder U7 bis Konstanzer Straße. Von beiden Haltestellen ist es ein kurzer Spaziergang zum See. Für Besucher, die in Charlottenburg oder rund um den Kurfürstendamm wohnen, ist dies die bei weitem bequemste Bademöglichkeit — kein Queren der Stadt nötig.


Weissensee — der sauberste See im Nordosten

Warum der Weissensee sich lohnt

Die meisten bekannten Berliner Badeseen liegen im Südwesten, im Grunewald. Der Weissensee im Bezirk Pankow im Nordosten ist die wichtigste Ausnahme — und wer auf dieser Seite der Stadt übernachtet, sollte ihn kennen.

Der Weissensee wird regelmäßig als einer der saubersten Seen Berlins eingestuft, und das Weißensee Strandbad — die Badestelle am Ufer — ist kostenlos zugänglich. Es gibt einen Sandstrandbereich mit einfacher Grundausstattung, und der See ist groß genug für richtiges Freiwasserschwimmen.

Anfahrt

Tram M4 ab Alexanderplatz, rund 30 Minuten bis in die Nähe des Weissensees. Das ist langsamer als S- oder U-Bahn, aber die Straßenbahnfahrt ist angenehm und die Fahrzeit nicht abschreckend. Ein AB-Ticket des BVG reicht.


Praktische Informationen für alle Seen

Wasserqualität und Berichte prüfen

Der wichtigste praktische Schritt vor dem Schwimmen in einem Berliner See: berlin.de/badeseen aufrufen. Die Stadt veröffentlicht während der gesamten Badesaison (1. Juni bis 31. August) wöchentliche Wasserqualitätsberichte für alle 55 ausgewiesenen Badegewässer. Die Berichte geben einen aktuellen Status für jeden See an: Grün oder Blau bedeutet gute Wasserqualität und empfohlenes Baden; Rot bedeutet, dass vom Baden abgeraten wird.

Der häufigste Grund für eine rote Flagge sind Blaualgen (Cyanobakterien). Sie treten bei heißem, windstillem Wetter auf — typischerweise während Hitzewellen — und können Hautreizungen und Augenreizungen verursachen. Im Wasser sehen sie aus wie grüne Farbe oder Schlieren an der Oberfläche und riechen oft modrig. Wer sie sieht, sollte nicht schwimmen, unabhängig von der offiziellen Bewertung. Algenblüten können sich innerhalb weniger Tage entwickeln und den Status eines Sees schnell verändern.

Auch E.-coli-Verunreinigungen können zu roten Flaggen führen, meist nach Starkregen, wenn Schmutzwasser in den See gespült wird. Das klärt sich schneller als Algenblüten, sollte aber gleichermaßen ernst genommen werden.

Die Berichte sind auf Deutsch, aber die Farbcodierung erklärt sich von selbst.

Wassertemperatur

Anfang Juni sind rund 17–19 °C zu erwarten, die im Juli und August auf 20–24 °C ansteigen. Die Seen erwärmen sich schneller als das Meer und kühlen nach längerem Bewölkungsphasen ebenfalls schneller ab. In guten Jahren kann man im September noch angenehm schwimmen, aber nach Mitte September fallen die Temperaturen merklich.

Quallen gibt es in Berlins Seen nicht. Das ist gelegentlich erwähnenswert für Besucher aus Küstenregionen.

FKK — Berlins Freikörperkultur verstehen

FKK (Freikörperkultur) ist eine Tradition in Deutschland und besonders in Berlin und dem früheren Ostdeutschland, wo sie bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert zurückreicht. An den meisten Grunewaldseen gibt es ausgewiesene FKK-Zonen. Sie sind klar ausgeschildert und werden von anderen Besuchern respektiert — die Konvention lautet: keine Fotos in FKK-Zonen, kein Gaffen, kein Aufsehen.

Wer mit FKK-Kultur nicht vertraut ist: Es ist schlicht ein Seeuferabschnitt, an dem Menschen ohne Badekleidung schwimmen. Niemand schenkt dem besondere Aufmerksamkeit. Man muss diese Bereiche nicht nutzen, und wer sie meiden möchte, findet sie ausgeschildert und leicht zu umgehen.

ÖPNV und BVG-Tickets

Alle in diesem Reiseführer genannten Seen sind ohne Auto mit dem BVG erreichbar. Wichtiger Hinweis zu Tickets: Wannsee liegt in der BVG-Tarifzone C, weshalb ein normales AB-Tagesticket nicht ausreicht. Man braucht ein ABC-Ticket, das etwas teurer ist. Schlachtensee, Krumme Lanke, Halensee und Weissensee liegen alle in der AB-Zone.

Berlins Sommer ist die richtige Jahreszeit für eine Wochen- oder Monatskarte des BVG, wenn man mehr als ein paar Tage bleibt — rechnerisch lohnt sich das meist gegenüber einzelnen Tagestickets.

Das Fahrrad ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, mehrere Grunewaldseen zu erreichen, besonders wenn man den Seeschwimm mit einer Waldtour kombiniert. Den Fahrradverleih-Reiseführer findet man hier.

Was mitnehmen

Der Bedarf unterscheidet sich je nach Ziel:

Strandbad Wannsee: Man kann relativ leicht reisen. Das Freibad verfügt über Umkleidekabinen, Schließfächer (Münzen mitbringen) sowie mehrere Imbisse und Getränkestände. Handtuch und Sonnencreme reichen; alles andere gibt es vor Ort.

Schlachtensee: Keine Umkleidekabinen oder Schließfächer. Handtuch, alle Speisen und Getränke selbst mitbringen (oder nach dem Schwimmen das Café Schlachtensee ansteuern), dazu etwas zum Draufliegen, wenn man bequem am Ufer sitzen möchte. Am Nordufer gibt es einfache Toiletten.

Krumme Lanke: Alles selbst mitbringen. Keine Infrastruktur. Wasser, Essen, Handtuch, Unterlage, Sonnencreme. Auf vollständige Selbstversorgung für die gesamte Besuchsdauer planen.

Alle Seen: Sonnencreme wird an Berliner Seen systematisch unterschätzt — die Wasserreflexion und die offenen Ufer bedeuten, dass man schneller einen Sonnenbrand bekommt als erwartet, besonders Ende Juni und im Juli. Mehr mitbringen als man zu brauchen glaubt.

Barrierefreiheit

Das Strandbad Wannsee ist der einzige See in diesem Reiseführer mit echter Barrierefreiheits-Infrastruktur — barrierefreier Wasserzugang, zugängliche Umkleidekabinen und weitgehend ebenes Gelände im gesamten Freibad. Die Grunewaldseen (Schlachtensee, Krumme Lanke) haben natürliche, unebene Ufer ohne eigene Barrierefreiheits-Einrichtungen.


Einen Seentag in Berlin planen

Halbtags-Optionen

Der effizienteste Halbtagsschwimm in Berlin: S1 bis Schlachtensee, Seenrunde (45 Minuten), schwimmen, Kaffee im Café Schlachtensee, S1 zurück. Das dauert drei bis vier Stunden und ist logistisch völlig unkompliziert.

Für Familien mit Kleinkindern ist das Strandbad Wannsee trotz des Andrangs die praktischere Wahl: Planschbecken, Bademeister, Verpflegung vor Ort und langer flacher Strand machen es zu einer besseren Umgebung für kleine Kinder als die unkontrollierten Ufer der Grunewaldseen.

Ganztages-Seenausflug

S1 bis Schlachtensee — Morgenschwimm und Seerunde. Waldweg zur Krumme Lanke (30 Minuten). Zweiter Schwimm an der Krumme Lanke. U3 zurück in die Innenstadt über Nollendorfplatz. Das ist ein wirklich gelungener Tag, der das Beste der Südwestseen ohne Auto abdeckt.

Wer strukturiertere Ideen für einen Berlin-Aufenthalt sucht, der die Seen mit Museen und Stadtbesichtigungen verbindet, findet sie unter Berlin in drei Tagen und Berliner Familienausflüge.

Seen mit anderen Naturerlebnissen kombinieren

Die Grunewaldseen liegen in einem großen Waldgebiet, das mit vielen der schönsten Grünerfahrungen der Stadt verbunden ist. Der Grunewald-Reiseführer behandelt das Gesamtgebiet ausführlich. Tegeler See und Müggelsee sind die beiden anderen großen Berliner Seen, die man kennen sollte — beide größer, in unterschiedlichen Stadtteilen, beide mit eigenen Badestellen.

Wer mit Kindern reist, findet im Berlin-mit-Kindern-Reiseführer einen Abschnitt über Seentage und was für verschiedene Altersgruppen am besten funktioniert. Der Tiergarten und das Tempelhofer Feld sind gute Alternativen für Tage, an denen das Wetter nicht ganz zum Baden einlädt.


Häufige Fragen zu Schwimmen in Berlins Seen

  • Welcher ist der beste Badesee in Berlin?
    Wer ein klassisches Freibad-Erlebnis mit Infrastruktur, Bademeistern und einem langen Sandstrand sucht, liegt mit dem Strandbad Wannsee richtig. Wer lieber kostenlos und in Ruhe schwimmt, wie es die Berliner selbst tun, wählt besser Schlachtensee oder Krumme Lanke. Der Weissensee ist der sauberste See im Nordosten der Stadt und die Straßenbahnfahrt ab Alexanderplatz lohnt sich.
  • Ist das Baden an Berliner Seen kostenlos?
    Die meisten Seen sind völlig kostenlos — Schlachtensee, Krumme Lanke, Halensee und Weissensee erheben keinen Eintritt. Das Strandbad Wannsee kostet ca. 6 € für Erwachsene und 3 € für Kinder; dafür bekommt man einen 1.275 Meter langen Sandstrand, Umkleidekabinen, Schließfächer, Bademeister und Imbissbuden.
  • Wann ist Badesaison an Berliner Seen?
    Die offizielle Badesaison läuft vom 1. Juni bis zum 31. August. Während der gesamten Saison werden wöchentlich Wasserqualitätsberichte veröffentlicht. In der Praxis beginnen die Berliner bereits Ende Mai zu schwimmen, wenn die Wassertemperatur auf etwa 18 °C steigt. In warmen Jahren kann die Saison bis in den September reichen. Juli und August sind am wärmsten, mit typischen Wassertemperaturen von 19–24 °C.
  • Ist das Wasser sicher zum Schwimmen?
    In der Regel ja — aber immer vorher berlin.de/badeseen prüfen. Jeder ausgewiesene See erhält eine wöchentliche Qualitätsbewertung: Grün oder Blau bedeutet unbedenklich, Rot bedeutet, dass wegen Algen oder Bakterien vom Baden abgeraten wird. Blaualgen (Cyanobakterien) können in heißen, windstillen Sommern auftreten und Hautreizungen verursachen. Sie sind der häufigste Grund für eine rote Flagge. Die Seite ist auf Deutsch, aber die Farbcodierung erklärt sich von selbst.
  • Gibt es FKK-Bereiche an Berliner Seen?
    Ja, an den meisten Seen im Grunewald. FKK (Freikörperkultur) ist eine echte Berliner Tradition, kein Kuriosum. Am Schlachtensee liegt die FKK-Zone am Südende; an der Krumme Lanke am Westufer. Die Bereiche sind klar ausgeschildert und von anderen Badegästen ohne Aufhebens respektiert. Niemand schenkt ihnen besondere Aufmerksamkeit.
  • Wie voll wird das Strandbad Wannsee?
    An heißen Sommerwochenenden sehr voll — Schlangen am Eingang vor dem Mittag sind keine Seltenheit, und der Strand füllt sich schnell. Wer einen guten Platz möchte, sollte vor 10 Uhr ankommen, am besten noch früher. Unter der Woche am Morgen ist es deutlich entspannter. Wer an einem heißen Samstag im Juli erst nach dem Mittag ankommt, sollte besser zum Schlachtensee oder zur Krumme Lanke ausweichen.
  • Darf ich meinen Hund an Berliner Seen mitbringen?
    An ausgewiesenen Bereichen einiger Seen sind Hunde erlaubt. Am Schlachtensee gibt es einen inoffiziellen Hundebereich, den die Anwohner regelmäßig nutzen. Im Strandbad Wannsee sind Hunde während der Öffnungszeiten am Hauptstrand nicht gestattet. Bitte die Schilder am See beachten; die Regel ist in der Regel am Eingang angegeben.
  • Wie komme ich ohne Auto aus der Stadtmitte zu den Seen?
    Der Schlachtensee ist am bequemsten zu erreichen — S1 direkt bis Bahnhof Schlachtensee, fünf Minuten zu Fuß, kein Umsteigen nötig. Die Krumme Lanke ist der einzige See, der direkt per U-Bahn erreichbar ist — U3 bis zur Endstation. Zum Strandbad Wannsee fährt die S1 oder S7 bis Wannsee, dann Bus 114 oder 20 Minuten zu Fuß. Alle drei sind mit einem normalen BVG-Tagesticket erreichbar (ABC-Zone für Wannsee, AB-Zone für Schlachtensee und Krumme Lanke).