Grunewald – Teufelsberg, Seen und 3.000 Hektar Berliner Wildnis
Was ist der Grunewald in Berlin?
Der Grunewald ist ein 3.000 Hektar (30 km²) großer Wald im Südwesten Berlins, überwiegend aus Kiefern mit eingestreuten Laubbaumbeständen. Er enthält zwei Badeseen (Grunewaldsee und Krumme Lanke), die Ruinen einer NSA-Abhörstation aus dem Kalten Krieg auf dem Teufelsberg sowie das Jagdschloss Grunewald, Berlins ältestes erhaltenes Schloss. Der Eintritt in den Wald ist kostenlos. Er ist bequem per S-Bahn oder U-Bahn vom Berliner Zentrum aus zu erreichen.
Kurz und bündig: Der Grunewald ist 3.000 Hektar Kiefernwald im Südwesten Berlins – kostenloser Eintritt, in unter 30 Minuten per S-Bahn aus der Innenstadt erreichbar, mit zwei Badeseen, den Teufelsberg-Ruinen aus dem Kalten Krieg und Berlins ältestem Schloss. Keine Reservierung nötig; Teufelsberg-Eintritt 8–10 € an geöffneten Tagen.
Berlins größter Stadtwald
Der Grunewald kündigt sich nicht an. Kein Eingangstor, kein Kassenhäuschen, keine Warteschlange. Im nächsten Moment nach dem S-Bahnhof schließen sich die Kiefern, der Stadtlärm ebbt ab, und man befindet sich in einer Natur, die sich wie echte Wildnis anfühlt – 3.000 Hektar (30 Quadratkilometer) Wald entlang des westlichen Stadtrands, begrenzt vom Fluss Havel und dem Wannsee im Süden und Westen.
Der Name bedeutet schlicht „grüner Wald”, was treffend ist: Auf dem Großteil der Fläche dominiert die Kiefer das Kronendach, unterbrochen von gemischten Laubwäldern aus Birken, Eichen und Buchen, die vor allem im Süden und Osten anzutreffen sind. Die Zusammensetzung spiegelt eine jahrhundertelange Geschichte gezielter Bepflanzung und Bewirtschaftung wider, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, als die Hohenzollern-Kurfürsten von Brandenburg den Wald als königliches Jagdrevier unterhielten. Das sichtbarste Erbe dieser Zeit ist das Jagdschloss Grunewald am zentralen Waldteich, das seit 1542 besteht und Berlins ältestes erhaltenes Schloss ist.
Was der Name nicht verrät, ist die besondere Qualität dieses Ortes – die Stille im Wald an einem Dienstagmorgen, das Licht, das im Oktober in langen, schrägen Strahlen durch die Kiefern fällt, die leichte Desorientierung, wenn man begreift, dass man mitten im Wald einer Stadt mit 3,7 Millionen Einwohnern steht. Der Grunewald ist groß genug, um sich wirklich zu verirren, besonders dort, wo das Handynetz vollständig wegbricht. Eine offline gespeicherte Karte vor dem Besuch zu laden ist kein übertriebener Ratschlag, sondern praktische Vernunft.
Besucher, die mehr als zwei oder drei Tage in Berlin verbringen, erinnern sich oft am stärksten an den Grunewald – nicht an das Brandenburger Tor oder die Museumsinsel, sondern an den Nachmittag zwischen den Kiefern mit einem Badesee als Ziel.
Anfahrt
Der Wald ist von mehreren Punkten aus zugänglich; der beste Einstieg hängt vom Vorhaben ab.
S1 oder S7 bis Bahnhof Grunewald bringt einen an den nordöstlichen Waldrand, nahe dem Jagdschloss Grunewald, den Wanderwegen zum Teufelsberg und dem Radwegenetz. Vom Berliner Zentrum (Friedrichstraße) dauert die S7 etwa 25 Minuten. Am Bahnhof gibt es einen kleinen Bereich mit Café und Fahrradverleih.
S1 bis Nikolassee führt an das südliche Waldende, von wo es 15 Minuten zu Fuß zum Grunewaldsee sind. Das ist die richtige Wahl, wenn der Badesee im Vordergrund steht.
U3 bis Krumme Lanke ist der einfachste Weg zum kleineren, ruhigeren See desselben Namens – von der U-Bahn-Haltestelle sind es 5 Minuten zu Fuß. Die U3 fährt ab Nollendorfplatz und Wittenbergplatz.
Verbindung nach Wannsee: Der südliche Waldrand grenzt an Wannsee, sodass sich Grunewald an einem längeren Tag mit dem Wannsee-Villenviertel und den Havel-Badestellen verbinden lässt. Die S1 weiter bis Wannsee fährt direkt ab Nikolassee.
Ein Auto ist nicht nötig, und die Parkplätze an den Waldeingängen sind begrenzt und an Sommerwochenenden schnell belegt. Die ÖPNV-Verbindungen sind so unkompliziert, dass das Auto den Tag eher erschwert als erleichtert.
Teufelsberg – die Abhörstation auf dem Schutthügel
Der Teufelsberg ist, mit einer gewissen Unbehaglichkeit gesagt, der historisch vielschichtigste Ort im Grunewald. Der 115 Meter hohe Hügel wurde zwischen den frühen 1950er- und Mitte der 1960er-Jahre aus etwa 25 Millionen Kubikmetern Schutt aufgeschüttet – den physischen Überresten einer bombardierten und abgerissenen Stadt. Die Alliierten hatten zunächst die Ruinen einer nie fertiggestellten NS-Heerestechnischen Hochschule auf diesem Gelände planiert und dann unter Millionen Tonnen Schutt aus den Berliner Trümmern begraben. Der entstandene Hügel war vollkünstlich – der größte der sogenannten Trümmerberge, die beim Wiederaufbau Berlins nach dem Krieg entstanden.
Auf dieser vergrabenen Geschichte errichteten US-amerikanische und britische Geheimdienste die Field Station Berlin – einen gemeinsamen Abhörposten von NSA und GCHQ, der von 1961 bis 1991 in Betrieb war. Die fünf markanten Radarkuppeln (Radome), welche die Antennen schützten, sollten vom Osten aus unauffällig wirken; die Höhenlage des Hügels über dem umgebenden Baumkronendach und weiten Teilen der Stadt war ideal, um Signalverkehr aus der DDR und dem Ostblock abzufangen. Nach dem Mauerfall wurde die Station außer Betrieb genommen, die Technik entfernt und die Strukturen ihrem Verfall überlassen.
Was heute geblieben ist, erscheint seltsam: rostende Industriegebäude, abblätternde Gänge, eingestürzte Treppen und Graffiti auf nahezu jeder Fläche – eine Mischung aus gezielt beauftragter Streetart international bekannter Künstler und dreißig Jahren unkontrollierter Sprayer. Der Blick von den Kuppeln an zugänglichen Tagen reicht über den gesamten westlichen Stadtteil.
Praktischer Zugang: Ein privater Betreiber bewirtschaftet das Gelände und verlangt 8–10 € für den Selbstbesuch, 15 € für geführte Touren an Wochenenden. Die Tore sind nicht immer geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren stark nach Saison, und das Gelände kann ohne Vorankündigung geschlossen sein. Vor dem Besuch teufelsberggberlin.de prüfen oder anrufen. Den halbstündigen Aufstieg vom Bahnhof Grunewald nicht ohne vorherige Bestätigung der Öffnung in Kauf nehmen.
Anfahrt: S7 bis Bahnhof Grunewald, dann entweder zu Fuß nach Süden durch den Wald auf dem ausgeschilderten Weg (ca. 30 Minuten) oder mit dem Bus 115 Richtung Spanische Allee bis Haltestelle Teufelsseechaussee. Zum Gipfel selbst gibt es keine direkte ÖPNV-Verbindung.
Ein Hinweis zu Online-Buchungen: Verschiedene Drittanbieter verkaufen „Drohnenfotografie-Touren” und ähnliche Pakete zu überhöhten Preisen mit vagen Zugangszusagen. Die ehrlichste Option ist, direkt über den Betreiber vor Ort zu gehen. An einem offenen Tag eigenständig hinaufzugehen ist günstiger und bietet denselben Zugang wie jedes Paketangebot.
Das Teufelsberg-Erlebnis ist nicht für jeden – die Gebäude sind Ruinen, und die Bedingungen im Inneren können rau sein. Als Begegnung mit den physischen Trümmern der Berliner Geschichte des 20. Jahrhunderts gibt es jedoch nichts Vergleichbares in der Stadt.
Grunewaldsee – der Hauptbadesee
Der Grunewaldsee ist der größere und besser ausgestattete der beiden Hauptbadeseen im Wald und der See, an den die meisten Berliner denken, wenn es ums Baden im Grunewald geht. Er ist etwa 1,5 Kilometer lang, durch organische Substanzen im Wasser dunkel gefärbt und auf drei Seiten von gemischtem Kiefernwald umgeben.
Anfahrt: S1 bis Nikolassee, dann 15 Minuten Fußweg durch den Wald den Schildern folgend. Alternativ vom Bahnhof Grunewald auf den Hauptwaldwegen 25 Minuten nach Süden.
Angebot: Ausgewiesene Badebereiche mit sanften Strandzonen, Tretbootverleih im Sommer und ein Café, das von Ende Mai bis Anfang September geöffnet ist. Ein Abschnitt des Seeufers ist als FKK-Bereich (Freikörperkultur) ausgewiesen – eine deutsche Tradition, die in diesem Kontext völlig unspektakulär ist; es lohnt sich aber, die Lage zu kennen, wenn man sich bewusst positionieren möchte.
Eintritt: Kostenlos. Keine Kassen, keine Absperrungen.
Wasserqualität: Die Berliner Behörden (Senatsverwaltung für Umwelt) testen die Badeseen regelmäßig den ganzen Sommer über und veröffentlichen die Ergebnisse online. Der Grunewaldsee ist in der Regel als befriedigend eingestuft, kann aber bei anhaltender Hitze und Windstille Algen entwickeln. Im Juli und August lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Messwerte vor einem gezielten Ausflug.
Besucheraufkommen: An einem heißen Sommerwochenende nachmittags ist der Grunewaldsee sehr voll. Wer an Sommerwochenenden vor dem Mittag ankommt, hat deutlich mehr Freude daran. Unter der Woche ist selbst in der Hochsaison Ruhe garantiert.
Einen umfassenden Überblick über Berlins Badeseen, einschließlich Vergleich der Wasserqualität und Tipps zur Kombination mehrerer Seen an einem Tag, bietet der Berlin-Badeseen-Ratgeber.
Krumme Lanke – die ruhige Alternative
Die Krumme Lanke liegt am südlichsten Zipfel des Waldes, ist kleiner und weniger besucht als der Grunewaldsee und gilt allgemein als der See mit dem klareren Wasser. Er entstand wie einige andere kleine Seen in urzeitlichen Gletscherrinnen, die diesen Teil der Berliner Landschaft durchziehen.
Anfahrt: U3 bis Krumme Lanke – die U-Bahn-Station trägt den Namen des Sees, und vom Ausgang sind es 5 Minuten zu Fuß ans Wasser. Von Nollendorfplatz und Wittenbergplatz ist es eine unkomplizierte Fahrt mit der U3.
Angebot: Minimale Infrastruktur – ein kleiner Strandbereich, kein Café, kein Bootverleih. Der Reiz liegt im Gegensatz zum Grunewaldsee: ruhiger, schattiger und auch im Sommer weniger überlaufen. Familien mit kleinen Kindern bevorzugen ihn oft wegen der geringeren Besucherzahlen und der entspannteren Atmosphäre.
Die Krumme Lanke ist im Berlin-Badeseen-Ratgeber zusammen mit dem Tegeler See und weiteren weniger zentralen Optionen beschrieben.
Jagdschloss Grunewald – Berlins ältestes Schloss
Das Jagdschloss liegt an einem Teich in einer Lichtung, die sich seit dem 16. Jahrhundert kaum verändert hat, als die Kurfürsten von Brandenburg hier im Herbst zur Jagd kamen. Das ursprüngliche Gebäude wurde 1542 von Kurfürst Joachim II. in Auftrag gegeben und ist damit das älteste erhaltene Schloss Berlins – eine Tatsache, die viele Besucher überrascht, die Berlins Architektur vor allem mit preußischer Pracht des 19. Jahrhunderts oder den Verwüstungen des 20. Jahrhunderts verbinden.
Der Bau ist nach Schlossnorm bescheiden – ein weißes Renaissancegebäude, zweigeschossig, das sich im dunklen Wasser des angrenzenden Teiches spiegelt. Im 17. Jahrhundert wurde ein barocker Flügel in niederländischer Manier angefügt; das gesamte Ensemble wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Sommerresidenz restauriert.
Das Museum: Das Innere beherbergt eine Sammlung barocker und Renaissance-Gemälde, viele mit Bezug zu den brandenburgischen und preußischen Kurfürstenhäusern – Jagdszenen, Hofporträts, Landschaften. Die Sammlung ist ein Spezialistenprogramm und spricht vor allem Besucher an, die sich bereits für diese Epoche der deutschen Geschichte interessieren. Anderen ist womöglich das Gebäude selbst und seine Lage eindrucksvoller als der Inhalt.
Eintritt: 4 € für Erwachsene. Öffnungszeiten vor dem Besuch prüfen – das Jagdschloss ist in der Regel Dienstag bis Sonntag im Sommer geöffnet, mit reduzierten Winterzeiten, wobei Tage und Zeiten variieren.
Anfahrt: S1 oder S7 bis Bahnhof Grunewald, dann 20 Minuten Fußweg nach Süden auf gut ausgeschilderten Waldwegen.
Radfahren im Grunewald
Der Wald ist von einem gut ausgeschilderten Radwegenetz durchzogen, und Fahrräder sind auf den meisten Wegen zugelassen. Der Grunewald gehört zu den besten städtischen Radfahrumgebungen Berlins – verkehrsfrei, schattiert und mit genug Variationsmöglichkeiten bei der Streckenführung, dass sich eine halbtägige Runde lohnt.
Strecken: Eine beliebte Route führt vom Bahnhof Grunewald nach Süden durch den Wald ans Havelufer, weiter entlang des Wassers nach Wannsee und zurück über die östlichen Waldwege. Die vollständige Schleife ist etwa 20–25 Kilometer lang und lässt sich in einem entspannten Tempo in zwei bis drei Stunden fahren.
Verbindung nach Süden: Der Wald schließt nahtlos an das Gebiet Wannsee und die Havelseen an, sodass sich Grunewald mit einem Bad am Wannsee oder einer Mittagspause an einem Tag per Fahrrad kombinieren lässt.
Fahrradverleih: Im Grunewalddorf nahe dem S-Bahnhof können Fahrräder ausgeliehen werden. Der Berlin-Fahrradverleih-Ratgeber gibt einen Überblick über Verleihoptionen in der ganzen Stadt, einschließlich Preisen und Pfandanforderungen. Wer bevorzugt eine geführte Radtour durch den Wald unternimmt, findet im Berlin-Radtouren-Ratgeber organisierte Angebote, die den Grunewald einschließen.
Der Wald ist auch ein natürlicher Wegpunkt auf der Berliner Selbstführungsroute durch die Highlights für alle, die einen längeren Wandertag planen.
Saisonale Highlights
Frühling (April–Mai): Der Übergang von Braun zu Grün vollzieht sich im Kiefernwald schrittweise, doch die blühenden Blauglöckchen in den Laubbaumbeständen – besonders im gemischten Waldstück südlich des Jagdschlosses – sind in einem guten Jahr wirklich beeindruckend. Ende April bis Anfang Mai ist der beste Zeitraum. Der Wald ist deutlich weniger besucht als im Sommer. Was sich ab Juni ändert, beschreibt der Berlin im Sommer-Ratgeber.
Sommer (Juni–August): Hochsaison zum Baden. Grunewaldsee und Krumme Lanke sind am wärmsten. Das Café am Grunewaldsee hat geöffnet. Dies ist auch die verkehrsreichste Zeit – wer an Wochenenden früh aufbricht oder sich auf den Hauptsee einrichtet, liegt besser. Das Waldinnere bleibt selbst bei Hitzewellen angenehm kühl und ist dann als Erholungsort in der Stadt besonders wertvoll.
Herbst (Oktober): Die Laubholzabschnitte – Birken, Eichen, Buchen zwischen den Kiefern – färben sich im Oktober, und der Wald zeigt sich von seiner farbenreichsten Seite. Der Grunewaldsee ist Mitte Oktober meist zu kalt zum Baden, lohnt sich aber wegen des Herbstlichts am Ufer. Werktags im Oktober gehören zu den ruhigsten Besuchszeiten des ganzen Jahres.
Winter (Dezember–Februar): In strengen Wintern frieren einige der kleineren Waldteiche zu, und es bilden sich spontan Eisflächen zum Schlittschuhlaufen. Die Kiefern behalten ihre Farbe, und im Schnee hat der Wald eine eigentümliche, stille Qualität. Der Teufelsberg bei Nebel kann besonders atmosphärisch wirken. Jagdschloss und das Café am Grunewaldsee haben reduzierte oder gar keine Winterzeiten.
Wildschweine – was man wissen sollte
Der Grunewald beherbergt eine beachtliche Wildschweinpopulation. Man sieht sie nicht selten, besonders in der Dämmerung an Waldrändern, rund um die Seeufer und in den Lichtungen östlich des Teufelsbergs. An allen Haupteingängen geben Hinweistafeln aktuelle Hinweise.
Die Regeln sind klar: nicht füttern, Hunde an der Leine halten, Tieren Platz lassen. Bachen mit Frischlingen (am häufigsten im Frühjahr und Frühsommer) können aggressiv reagieren, wenn man sich nähert. In der Praxis verlaufen Begegnungen im Wald selten dramatisch – das Tier zieht sich meist zurück, sobald es Menschen wahrnimmt. Probleme entstehen in der Regel, wenn Menschen sich zum Fotografieren nähern.
Hunde ohne Leine im Grunewald sind ein immer wiederkehrendes lokales Thema. Der Wald ist auf dem größten Teil der Fläche Leinenpflichtgebiet – teils zum Schutz der Wildtiere, teils aus diesem Grund.
Praktische Hinweise
Handyempfang: In Teilen des Waldes – insbesondere in den zentralen Bereichen abseits der Hauptwege – ist das Mobilfunknetz schwach oder nicht vorhanden. Vor dem Betreten des Waldes eine Offline-Karte laden. OpenStreetMap über OsmAnd oder Maps.me bildet die Waldwege gut ab.
Orientierung: Die Hauptwege sind ausgeschildert, aber der Wald ist groß genug, dass man beim Querfeldeinlaufen leicht auf unerwartete Umwege gerät. Die Schilder an den Hauptkreuzungen weisen zum Bahnhof Grunewald, Nikolassee, Teufelsberg und Jagdschloss – das reicht in der Regel zur Orientierung.
Versorgung: Am Grunewaldsee gibt es Toiletten und ein Sommer-Café. Die Krumme Lanke bietet minimale Infrastruktur. Im übrigen Wald gibt es keine Versorgungseinrichtungen – für längere Wanderungen Wasser und Snacks mitnehmen.
Zeitbedarf: Ein gezielter Teufelsberg-Besuch plus Spaziergang ab Bahnhof Grunewald dauert 2–3 Stunden. Ein Badetag ab Nikolassee ist in 3–4 Stunden einschließlich Anreise komfortabel zu gestalten. Eine vollständige Waldschleife zu Fuß oder per Rad inklusive Jagdschloss und einem der Seen füllt einen ganzen Tag. Das Berliner 3-Tages-Reiseprogramm plant den Grunewald am dritten Tag ein; das 5-Tages-Programm bietet die Möglichkeit, ihn mit Wannsee und dem Havelufer zu verbinden.
Mit Kindern: Der Tretbootverleih und der Strandbereich am Grunewaldsee sind familientauglich. Die Hauptwege sind mit Kinderwagen befahrbar. Der Aufstieg zum Teufelsberg hat einen Hügelanstieg, der für Kinder ab 8 Jahren gut machbar ist. Den Berlin-mit-Kindern-Ratgeber finden Sie als umfassendes Planungshilfsmittel für Familien.
Kostenlose Stadtführungen: Einige der kostenlosen Stadtführungen in Berlin erstrecken sich bis in den Grunewald und das Wannseegebiet – allerdings eher als Sondertermine denn als tägliches Standardprogramm. Wer speziell den Kalter-Krieg-Kontext des Teufelsbergs erschließen möchte, sollte nachfragen.
Grunewald im Vergleich mit anderen Berliner Grünanlagen
Der Grunewald ist die richtige Wahl, wenn man echten Wald, Abstand von der Stadt und die Möglichkeit eines natürlichen Badesees sucht. Der Tiergarten eignet sich besser für einen schnellen Stadtparkbesuch im Zentrum – er ist kleiner, gepflegter und von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten umgeben. Das Tempelhofer Feld bietet ein völlig anderes Erlebnis: offen, flach und urban, während der Grunewald eingehüllt, hügelig und waldartig ist.
Wer speziell zum Baden kommen möchte, muss zwischen den Grunewaldseen und dem Tegeler See oder den östlich gelegenen Seen abwägen. Die Grunewaldseen sind im Sommer belebter, lassen sich aber gut mit dem Wald selbst verbinden.
Häufige Fragen zu Grunewald – Teufelsberg, Seen und 3.000 Hektar Berliner Wildnis
Wie komme ich vom Berliner Zentrum in den Grunewald?
Mit der S1 oder S7 bis Bahnhof Grunewald (etwa 25 Minuten ab Friedrichstraße). Von dort läuft man direkt in den Wald. Für die südlichen Seen: S1 bis Nikolassee (15 Minuten Fußweg zum Grunewaldsee) oder U3 bis Krumme Lanke (5 Minuten Fußweg). Für den Teufelsberg: S7 bis Bahnhof Grunewald, dann rund 30 Minuten zu Fuß, oder Bus 115 bis Teufelsseechaussee.Ist der Eintritt in den Grunewald kostenlos?
Ja. Der Wald selbst ist kostenlos und jederzeit zugänglich. Grunewaldsee und Krumme Lanke erheben kein Eintritt. Die Abhörstation auf dem Teufelsberg verlangt an geöffneten Tagen 8–10 € für den Selbstbesuch. Das Museum im Jagdschloss Grunewald kostet 4 € für Erwachsene.Kann man in den Grunewaldseen schwimmen?
Ja. Der Grunewaldsee hat ausgewiesene Badebereiche, Tretbootverleih, ein Café im Sommer und einen ausgewiesenen FKK-Bereich. Die Krumme Lanke ist kleiner und ruhiger mit klarerem Wasser und ohne Infrastruktur. Beide Seen sind kostenlos nutzbar. Die Wasserqualität wird von Berliner Behörden regelmäßig kontrolliert und ist in normalen Sommern als gut eingestuft.Was ist der Teufelsberg und wie besuche ich ihn?
Der Teufelsberg ist ein 115 Meter hoher Hügel, der aus etwa 25 Millionen Kubikmeter Kriegsschutt aufgeschüttet wurde und die Ruinen der ehemaligen NSA- und GCHQ-Abhörstation (Field Station Berlin, betrieben 1961–1991) trägt. Die Ruinen sind heute mit Streetart bedeckt und durch einen privaten Betreiber zugänglich. Der Eintritt beträgt 8–10 € für den Selbstbesuch, 15 € für geführte Touren an Wochenenden. Die Öffnungszeiten variieren und die Tore sind nicht immer geöffnet – bitte vor dem Besuch teufelsberggberlin.de prüfen oder anrufen.Gibt es im Grunewald Wildschweine?
Ja. Wildschweine kommen im gesamten Wald vor, besonders an den Waldrändern und abends rund um die Seen. Nicht füttern und Hunde an der Leine führen. Bachen mit Frischlingen können aggressiv werden. An den Waldeingängen informieren Hinweistafeln über den aktuellen Stand. Begegnungen sind häufig und verlaufen meist ruhig, solange man den Tieren Raum lässt.Was ist das Jagdschloss Grunewald?
Das Jagdschloss Grunewald ist das älteste erhaltene Schloss Berlins, 1542 als Jagdhaus für Kurfürst Joachim II. von Brandenburg erbaut. Das kleine Renaissancegebäude liegt an einem dunklen, schilfgesäumten Teich und beherbergt ein Museum mit Barock- und Renaissancegemälden. Eintritt 4 € für Erwachsene. Zu erreichen mit S1 oder S7 bis Bahnhof Grunewald, dann 20 Minuten Fußweg durch den Wald.Wann ist die beste Jahreszeit für einen Besuch im Grunewald?
Jede Jahreszeit hat ihre Vorzüge. April und Mai bringen Blauglöckchen unter den Kiefern. Im Sommer (Juni–August) ist Hochsaison am Grunewaldsee und an der Krummen Lanke. Oktober bietet leuchtende Herbstfarben in den Laubbaumbeständen. In strengen Wintern frieren einige kleinere Teiche zu und locken Schlittschuhläufer. Unter der Woche ist der Wald das ganze Jahr über deutlich ruhiger als an Sommerwochenenden.Darf man im Grunewald Fahrrad fahren?
Ja. Der Wald verfügt über ein weitverzweigtes, ausgeschildertes Radwegenetz, und Fahrräder sind auf den meisten Wegen erlaubt. Es besteht eine Verbindung nach Süden zum Wannsee und den Havelgewässern, was ihn zu einer beliebten Route für längere Tagestouren macht. Fahrräder können im Grunewalddorf nahe dem S-Bahnhof ausgeliehen werden.
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