Magdeburg — Kaiserliche Domstadt und Hundertwasser-Überraschung an der Elbe
Deutschlands ältester gotischer Dom, Ottos des Großen Kaiserstadt und das außergewöhnliche Hundertwasserhaus – nur gut eine Stunde von Berlin per ICE.
Auf einen Blick
- Entfernung von Berlin
- ~165 km südwestlich von Berlin
- Zug
- ICE ab Berlin Hauptbahnhof (~1 Std. 10 Min., ~€30–50 hin und zurück)
- Eintritt
- Dom kostenlos; Grüne Zitadelle Außenbereich kostenlos; Museumseintritt €6–9
- Saison
- Ganzjährig; Elbufer am besten April–Oktober
- Highlights
- Dom (Deutschlands älteste gotische Kathedrale), Grüne Zitadelle, Elbespaziergänge, Kloster Unser Lieben Frauen
Magdeburg hat die missliche Eigenheit, eine bedeutende deutsche Stadt zu sein, die kaum jemand von außerhalb Deutschlands gezielt besucht. Zu deren Verlust. Auf der Westbank der Elbe, rund 165 km von Berlin entfernt, birgt Magdeburg zwei Dinge von außerordentlicher Bedeutung: Deutschlands älteste gotische Kathedrale, in der Kaiser Otto der Große begraben liegt, und die Grüne Zitadelle, ein ausdrucksstarkes Gebäude, das der Künstler Friedensreich Hundertwasser in seinen letzten Lebensjahren entworfen und das 2005 fertiggestellt wurde. Die Kombination aus mittelalterlicher Kaiserherrlichkeit und zeitgenössischer organischer Architektur begegnet einem in einer einzigen Stadt nicht oft. Dazu die Elbe, hier breit und strömungsreich, und ein Nachmittag am Flussufer – Magdeburg ist einer der genuinen Tagesausflüge von Berlin, den die meisten Reisenden vollständig übersehen.
Otto der Große und die Kaiserstadt
Um Magdeburg zu verstehen, muss man etwas über Otto I. wissen – und die meisten westeuropäischen Besucher wissen das nicht. Otto der Große (Otto I.) war der erste Heilige Römische Kaiser, 962 in Rom von Papst Johannes XII. gekrönt. Er ist in der deutschen Geschichtsschreibung einer der folgenreichsten Herrscher des frühen Mittelalters: Er einte die fränkischen Gebiete nach ihrer Zersplitterung durch Karls des Großen Nachfolger, besiegte die Magyareneinfälle in der Schlacht auf dem Lechfeld 955, dehnte christlichen und fränkischen Einfluss tief in slawische Gebiete aus und gründete 968 das Erzbistum Magdeburg als östlichen Vorposten seines Reiches.
Magdeburg war Ottos Lieblingsstadt. Er ließ hier einen Kaiserpalast (Kaiserpfalz) errichten, heiratete hier seine erste Frau Edith von England (die ebenfalls im Dom begraben liegt) und verbrachte einen erheblichen Teil seiner Regierungszeit mit dem Hof in Magdeburg statt in Frankfurt oder Aachen. Als er 973 starb, wurde er im Magdeburger Dom beigesetzt, wo sein Grab bis heute zu sehen ist.
Vor diesem Grab zu stehen – einem schlichten mittelalterlichen Sarkophag unter gotischem Gewölbe, das noch im Bau war, als er dort aufgestellt wurde – verbindet einen mit dem Gründungsmoment des Heiligen Römischen Reiches. Es ist eine ernste historische Erfahrung, die nur wenige Touristen auf sich nehmen.
Magdeburger Dom: Deutschlands älteste gotische Kathedrale
Der Magdeburger Dom (Dom zu Magdeburg, offiziell der Dom zu den Heiligen Katharina und Mauritius) ist nicht nur wegen des Kaisergrabs bedeutsam. Zwischen 1209 und 1520 auf dem Fundament früherer ottonischer Kirchen erbaut, ist er Deutschlands älteste gotische Kathedrale – sein Bau begann vor dem Kölner Dom, dem Straßburger Münster und dem Ulmer Münster und begründete den gotischen Stil in der deutschen Kirchenarchitektur in einer Weise, die alles Folgende beeinflusste.
Das Außenmauerwerk besteht aus zwei massiven Zwillingstürmen, die von der Elbe aus und von weiten Teilen der Innenstadt aus sichtbar sind. Der Stein ist heller Sandstein, an einigen Abschnitten durch Verwitterung und ein Jahrhundert industrieller Verschmutzung – mittlerweile beseitigt – dunkel gefärbt. Im Inneren ist das Kirchenschiff lang, hoch und karg in der norddeutsch-gotischen Manier – weit weniger ausgeschmückt als französische Kathedralen vergleichbaren Datums, was die ottonisch-sächsische Tradition strenger, struktureller Schönheit gegenüber dekorativer Ausschmückung widerspiegelt.
Besonders sehenswert im Inneren:
Ottos I. Grab: Im Chor, ein gotischer Sarkophag aus dem 13. Jahrhundert. Schlicht, kraftvoll, angemessen für einen Mann, der sein Leben im Kampf verbrachte.
Königin Ediths Grab: Ottos erste Frau, Tochter von König Eduard dem Älteren von England, starb 946 und wurde hier begraben, noch bevor die heutige Kathedrale gebaut wurde. Ihre sterblichen Überreste wurden im Chor neu beigesetzt; eine archäologische Untersuchung 2008 bestätigte ihre Identität und ergab, dass sie als Teenager nach Sachsen gekommen war und in ihren Zwanzigern starb – ein bewegendes Stück mittelalterlicher europäischer Geschichte, das heute in der Domausstellung zu sehen ist.
Das Paradiesportal: Das Nordportal des Doms, im 13. Jahrhundert mit Figuren kluger und törichter Jungfrauen geschnitzt, ist eines der bedeutendsten Stücke romanisch-gotischer Übergangsplastik in Deutschland. Die Detailarbeit in den Gesichtern ist bemerkenswert – die Bildhauer arbeiteten an der äußersten Grenze dessen, was Stein erlaubte.
Ernst Barlachs Kriegerdenkmal: Im Inneren des Doms befindet sich ein nüchternes Bronzerelief des Bildhauers Ernst Barlach zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Barlachs Werk wurde später von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst eingestuft; dieses Stück überlebte.
Der Eintritt in den Dom ist kostenlos, obwohl ein Spendenkasten vorhanden ist und die Instandhaltung eines Bauwerks dieser Größenordnung kontinuierliche Arbeit erfordert. Im Domshop gibt es gute wissenschaftliche Bücher zur Ottonenzeit, falls man tiefer einsteigen möchte.
Der Leitfaden für den Tagesausflug Berlin–Magdeburg bietet Hinweise zu Zeitplanung und sinnvollen Kombinationen für einen Tag.
Das Massaker von 1631: Magdeburgs dunkelste Stunde
Jede ehrliche Darstellung Magdeburgs muss 1631 ansprechen. Während des Dreißigjährigen Krieges belagerten kaiserliche und ligistische Truppen unter Graf Tilly die stark protestantische Stadt. Am 20. Mai 1631 wurden die Mauern durchbrochen. Was folgte, war eine der schlimmsten Gräueltaten der europäischen Geschichte vor dem 20. Jahrhundert: Die Stadt wurde geplündert und niedergebrannt, und Schätzungen der zivilen Todesopfer liegen zwischen 20.000 und 25.000 – der überwiegende Teil der Bevölkerung. Fast die gesamte Stadt wurde zerstört. Der Begriff Magdeburgisierung ging in den zeitgenössischen deutschen Sprachgebrauch ein als Bezeichnung für die vollständige Vernichtung einer Stadt und ihrer Bevölkerung.
Der Dom überlebte weitgehend unversehrt, weil kaiserliche Truppen ihn als Schutz nutzten. Die Stadt wurde im Laufe des folgenden Jahrhunderts im Wesentlichen im Barockstil wiederaufgebaut. Dann kam der Zweite Weltkrieg: Alliierte Bombardierungen im Januar 1945 zerstörten rund 90 % des wiederaufgebauten historischen Kerns und machten Magdeburg zu einer der am stärksten bombardierten Städte Deutschlands.
Das Ergebnis dieser Geschichte ist eine Stadt, die visuell fragmentiert ist – mittelalterliche Überreste stehen neben DDR-Wiederaufbau neben Nachwendeentwicklung –, die aber eine beinahe greifbare Schwere angehäufter Erfahrung ausstrahlt, die konventionell schöneren Städten fehlt.
Die Grüne Zitadelle: Hundertwassers letztes Gebäude
Wer südlich vom Dom zum Alter Markt geht, begegnet der Grünen Zitadelle (Grüne Zitadelle) und kann zunächst kaum glauben, dass dieses Gebäude wirklich existiert. Das Bauwerk – 2005 fertiggestellt, ein Jahr nach Friedensreich Hundertwassers Tod auf See im Jahr 2000, nach seinem letzten Architekturentwurf – nimmt einen ganzen Häuserblock in Korallrosa und Goldocker ein, mit bepflanzten Dachwiesen über geschwungenen Fassaden, vergoldeten Zwiebelturmabschlüssen, Fenstern unterschiedlichster Größe und keiner einzigen geraden Linie weit und breit.
Hundertwasser, der österreichische Künstler und Architekt, am bekanntesten durch das Hundertwasserhaus in Wien (1986), verbrachte seine letzten Jahrzehnte damit, zu argumentieren, gerade Linien seien geistig gewalttätig und Menschen könnten in Gebäuden, die nach rechtwinkligen Rastern gebaut seien, nicht gedeihen. Die Grüne Zitadelle ist, je nach architektonischer Überzeugung, entweder ein tiefgründiges Statement oder ein wunderschönes Gemälde. Beeindruckend ist sie gewiss. Ein Rundgang um das Äußere auf Straßenniveau dauert rund 15 Minuten; das Gebäude hat Wohnungen, ein Hotel, Geschäfte und ein kleines Café im Innenhof, den Besucher frei betreten können.
Der Kontrast zum Dom – streng, grau, 800 Jahre alt, zur Ehre eines Kaisers gebaut – ist so ausgeprägt, dass man eine Stunde allein damit verbringen könnte, darüber nachzudenken, was diese beiden Gebäude über die jeweiligen Kulturen aussagen, die sie hervorgebracht haben. Wer auch nur ansatzweise an Architektur interessiert ist, für den verdient Magdeburg allein schon durch diesen Kontrast seinen Platz im Reiseprogramm.
Kloster Unser Lieben Frauen: mittelalterliche Kunst in einem erhaltenen Kloster
Zwischen Dom und Innenstadt ist das Kloster Unser Lieben Frauen das älteste erhaltene Bauwerk Magdeburgs, seine romanische Kirche stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Anders als die meisten deutschen Klosterkirchen, die entweder zerstört, umgenutzt oder so stark restauriert wurden, dass sie ihren Zusammenhang verloren haben, ist dieses in seiner ursprünglichen Masse erhalten: niedrig, dickwandig, mit einem Kirchenschiff, das sich in 900 Jahren kaum verändert hat.
Das Kloster dient heute als Konzerthalle und Kunstmuseum – Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen – mit einer Dauersammlung moderner und zeitgenössischer Skulptur neben Wechselausstellungen. Der Eintritt kostet rund 6–9 €. Die Kombination aus romanischer Architektur und Kunst des 20. Jahrhunderts funktioniert besser als man vermuten würde; die niedrigen Steinräume sind gute Galerieräume. Der Kreuzgarten ist einer der ruhigsten Orte im Zentrum Magdeburgs und verdient zehn Minuten einfachen Sitzens.
Die Elbe und der Jahrtausendturm
Magdeburg liegt direkt an der Elbe, und der Fluss ist hier breit, schnell und eindrucksvoll. Der Elbauenpark am Westufer der Elbe, eine kurze Straßenbahnfahrt vom Stadtzentrum entfernt, wurde für die Bundesgartenschau 1999 angelegt und ist ein großer Park mit Flussblick, Radwegen und dem Jahrtausendturm – einem 60 Meter hohen Holzturm, der 1999 fertiggestellt wurde und zum Zeitpunkt seiner Entstehung der höchste Holzturm der Welt war. Der Turm beherbergt eine Ausstellung zur Geschichte wissenschaftlicher Entdeckungen, kurios und einen Besuch wert, wenn man Kinder dabei hat oder sich für Wissenschaftsgeschichte interessiert.
Die Elbauen nördlich und südlich des Stadtzentrums eignen sich hervorragend zum Radfahren und Wandern, mit Blick auf die Domtürme über das Wasser. Im Frühling blühen Wildblumen; im Herbst ist die Stimmung melancholisch und atmosphärisch.
Anreise aus Berlin
Die schnellste Verbindung von Berlin nach Magdeburg ist der ICE (InterCity Express) ab Berlin Hauptbahnhof, der Magdeburg Hauptbahnhof in rund 1 Stunde 10 Minuten erreicht. ICE-Züge fahren ungefähr stündlich. Die Rückfahrtpreise variieren stark je nach Buchungsvorlauf: Advance-Sparpreise können bis zu 17,90 € für eine Strecke betragen; flexible Tarife kosten in der Regel 40–60 € hin und zurück. Das Brandenburg-Ticket gilt nicht für ICE-Verbindungen – bitte entsprechend budgetieren.
Vom Magdeburger Hauptbahnhof sind Dom und Innenstadt rund 15 Minuten zu Fuß oder eine Straßenbahnhaltestelle entfernt. Die Grüne Zitadelle ist 20 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, oder mit der Straßenbahn 1 Richtung Alter Markt.
Für einen Überblick über Bahnfahrten von Berlin in historische Städte empfehlen sich Von Berlin durch Deutschland mit dem Zug und der Überblick zu Tagesausflügen mit dem Zug von Berlin.
Vorschlag für einen vollständigen Tagesausflug
08:00 Uhr — Ersten ICE ab Berlin Hauptbahnhof nehmen; Ankunft in Magdeburg gegen 09:15 Uhr.
09:30–12:00 Uhr — Dom und Grab Ottos I.; Paradiesportal; Domausstellung zu Königin Edith. Weiter zum Kloster Unser Lieben Frauen.
12:00–13:00 Uhr — Mittagessen in der Innenstadt. Am Alter Markt gibt es mehrere Optionen; das Restaurant im Allee-Center serviert verlässliche regionale Küche.
13:00–14:30 Uhr — Außenbereich und Innenhof der Grünen Zitadelle; Kaffee im Café drinnen.
14:30–16:00 Uhr — Straßenbahn zum Elbauenpark; Spaziergang am Elbufer; optional Jahrtausendturm.
16:30 Uhr — Zurück zum Magdeburger Hauptbahnhof; abendlicher ICE zurück nach Berlin, Ankunft gegen 18:00 Uhr.
Das lässt einen vollen Nachmittag ohne Hetze. Wer den Elbauenpark auslässt, hat Zeit für das Kunstmuseum am Vormittag.
Magdeburg mit anderen Zielen kombinieren
Magdeburg liegt auf dem Korridor zwischen Berlin und einigen der bedeutendsten mittelalterlichen und Reformationsstädte Deutschlands. Lutherstadt Wittenberg liegt rund 90 Minuten südöstlich mit dem Zug – die Stadt, in der Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür schlug. Quedlinburg, eine UNESCO-Welterbestadt mit Fachwerkhaus-Häusern und einer weiteren ottonischen Kathedrale (Grabstätte Heinrichs I., Ottos I. Vater), liegt rund 90 Minuten südwestlich von Magdeburg mit dem Zug. Beide können zu einem mehrtägigen Ausflug durch das historische Herz Mitteldeutschlands kombiniert werden – nicht am selben Tag wie Magdeburg.
Brandenburg an der Havel und Magdeburg bilden thematisch ein natürliches Paar – beide sind alte Städte mit gotischen Kathedralen, die kulturell dominant waren, bevor Berlin entstand – aber sie liegen in verschiedene Richtungen von Berlin und sind ohne Auto schlecht miteinander verbunden. Beide sollten als separate Tagesausflüge besucht werden.
Für den vollständigen Überblick über alles Erreichbare von der deutschen Hauptstadt aus: Beste Tagesausflüge von Berlin und Berlin-Reiseplanungsführer.
Häufig gestellte Fragen zu Magdeburg
Wie weit ist Magdeburg von Berlin und wie lange dauert die Zugfahrt?
Magdeburg liegt rund 165 km südwestlich von Berlin. Der ICE vom Berlin Hauptbahnhof erreicht den Magdeburger Hauptbahnhof in rund 1 Stunde 10 Minuten. Regionalzüge (RE) brauchen rund 1 Stunde 45 Minuten und sind deutlich günstiger, wenn das Brandenburg-Ticket auf die Strecke zutrifft – der ICE ist für einen Tagesausflug jedoch die praktischste Option.
Ist der Magdeburger Dom wirklich Deutschlands älteste gotische Kathedrale?
Ja. Der Bau der heutigen Kathedrale begann 1209 und macht sie zur ersten gotischen Kathedrale, die in deutschsprachigen Gebieten errichtet wurde. Der Kölner Dom wurde später begonnen (1248) und ist international bekannter, aber der Magdeburger Dom hat das frühere Baudatum. Frühere ottonische Kirchen auf demselben Gelände stammen aus dem 10. Jahrhundert; der heutige gotische Bau integriert einige romanische Elemente jener früheren Strukturen.
Wer liegt im Magdeburger Dom begraben?
Kaiser Otto I. (Otto der Große, 912–973), Gründer des Heiligen Römischen Reiches, liegt im Chor des Doms begraben. Auch seine erste Frau, Edith von Wessex (Tochter von König Eduard dem Älteren von England), ist dort beigesetzt. Ediths sterbliche Überreste wurden 2008 durch archäologische Analysen positiv identifiziert und gelten als die ältesten identifizierten englischen Königsüberreste außerhalb Britanniens.
Was ist die Grüne Zitadelle und kann man hinein?
Die Grüne Zitadelle (Grüne Zitadelle) wurde vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen und 2005 nach seinem letzten Architekturkonzept fertiggestellt. Das Gebäude beherbergt Privatwohnungen, ein Hotel (Hotel Grüne Zitadelle), Geschäfte und ein Café. Der Außenbereich und der Innenhof sind für Besucher frei zugänglich. Geführte Touren der Innenarchitektur sind für rund 7–9 € erhältlich und müssen im Voraus an der Rezeption des Gebäudes gebucht werden.
Was geschah 1631 in Magdeburg?
Während des Dreißigjährigen Krieges durchbrachen kaiserliche Truppen am 20. Mai 1631 Magdeburgs Verteidigungsanlagen. Das folgende Massaker tötete schätzungsweise 20.000–25.000 Zivilisten und zerstörte praktisch die gesamte Stadt. Es war eine der katastrophalsten Episoden ziviler Vernichtung in der europäischen Geschichte vor dem 20. Jahrhundert. Der Begriff Magdeburgisierung fand in zeitgenössischen deutschsprachigen Quellen Verwendung zur Bezeichnung totaler urbaner Vernichtung. Der Dom überlebte größtenteils, weil Soldaten darin Schutz suchten.
Lohnt sich Magdeburg für einen ganzen Tag?
Ja, problemlos. Dom, Kloster Unser Lieben Frauen, Grüne Zitadelle und ein Elbe-Spaziergang füllen einen Tag ohne Hetze. Geschichtsinteressierte möchten vielleicht mehr Zeit; das Museum für Kulturgeschichte widmet sich der ottonischen Kunst und der mittelalterlichen Stadt eingehend und könnte leicht zwei weitere Stunden beanspruchen. Magdeburg ist keine Stadt für zielloses Bummeln – ihm fehlt die visuelle Geschlossenheit eines Quedlinburgs oder einer Lutherstadt Wittenberg –, aber seine einzelnen Sehenswürdigkeiten sind erstrangig.
Gilt das Brandenburg-Ticket für die Fahrt nach Magdeburg?
Nein. Magdeburg liegt in Sachsen-Anhalt, nicht in Brandenburg, und das Brandenburg-Ticket gilt nur für Züge innerhalb des Landes Brandenburg. Für die Fahrt nach Magdeburg wird ein separates DB-Ticket oder das Deutschlandticket benötigt. ICE-Verbindungen (die praktische Option für die 1h10-Fahrt) sind auch nicht durch das Deutschlandticket abgedeckt – dafür wird ein regulärer DB-Tarif benötigt. Regionalzüge auf der längeren Strecke können mit dem Deutschlandticket genutzt werden, aber die Fahrtzeiten sind erheblich länger. Im Leitfaden zum Brandenburger Ticket ist erklärt, was das Brandenburg-Ticket abdeckt und was nicht.
Was ist die beste Jahreszeit für einen Magdeburg-Besuch?
Frühling (April–Mai) und Frühherbst (September–Oktober) sind am angenehmsten für Elbe-Spaziergänge und Stadterkundung ohne Sommerhitze. Der Weihnachtsmarkt rund um den Dom (Ende November bis Dezember) ist einer der besseren Märkte in der Region – im Vergleich zu Berlin oder Dresden relativ überschaubar, mit dem Dom als Kulisse. Juli und August sind warm, aber von deutschen Binnentouristen belebt. Museen und Dom sind ganzjährig geöffnet.
Weiterlesen

Lutherstadt Wittenberg
Wittenberg ist der Ort, an dem Martin Luther seine 95 Thesen anschlug und die Reformation auslöste. 40 Min. per ICE, UNESCO-Welterbe, unverzichtbar.

Quedlinburg — Deutschlands schönste mittelalterliche Stadt
Über 1.300 Fachwerkhäuser, ein romanischer Dom aus dem 11. Jahrhundert und die Wiege der deutschen Königsgeschichte – Quedlinburg lohnt jede Reisestunde.

Meißen
Meißen erfand 1710 das europäische Hartporzellan. Die Burg und der Dom auf dem Hügel sind außerordentlich. Am besten mit Dresden kombinieren – 30 Minuten

Dresden: Barocke Pracht und eine Stadt, die aus der Asche auferstieg
Dresdens barocke Paläste, die wiederaufgebaute Frauenkirche, Weltklasse-Kunst und die Elbe – alles nur 2 Stunden per ICE von Berlin entfernt.

Brandenburg an der Havel — Deutschlands Inselstadt und alte Domstadt
Eine der ältesten deutschen Städte entdecken — drei Inseln, ein gotischer Dom aus dem 12. Jahrhundert und entspanntes Radfahren an Kanälen, nur 40 Minuten von