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Friedrichshain – Clubs, East Side Gallery, RAW-Gelände und Boxhagener Platz

Friedrichshain – Clubs, East Side Gallery, RAW-Gelände und Boxhagener Platz

Berlin: Berlin Wall Short History & Art Tour at East Side Gallery

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Wofür ist Friedrichshain bekannt und für wen eignet sich der Bezirk?

Friedrichshain ist Berlins Zentrum für Nachtleben und alternative Kultur – hier liegen Berghain, die East Side Gallery, der RAW-Gelände-Komplex sowie eine Vielzahl von Bars und Clubs rund um Simon-Dach-Strasse und Revaler Strasse. Der Bezirk eignet sich für Reisende, die Wert auf Nachtleben, Street Art und ein energiegeladenes Stadtflair legen – nicht auf Ruhe oder touristische Infrastruktur. Die Unterkunftspreise liegen unter denen von Mitte und Prenzlauer Berg, und die Oberbaumbrücke verbindet Friedrichshain direkt mit Kreuzberg.

Was für ein Berlin ist Friedrichshain? Friedrichshain ist der Bezirk, in dem sich Berlins Ruf für Nachtleben und postindustrielle Kreativität am dichtesten konzentriert. Er vereint DDR-Denkmäler von beeindruckendem Ausmaß (Karl-Marx-Allee, das nahegelegene Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park), die East Side Gallery als lebendige Kunstinstallation und eine Clubszene, die in Lagerhallen und stillgelegten Bahnhöfen entstanden ist. Zunehmend ist Friedrichshain aber auch ein ganz normaler Wohnbezirk mit Familien und Pendlern. Beide Leben koexistieren mit Reibungspunkten – und machen den Bezirk dadurch besonders interessant.


Die Struktur: drei verschiedene Friedrichshains

Friedrichshain erstreckt sich über mehr Fläche, als die Karte vermuten lässt. Drei unterschiedliche Zonen prägen das Erleben für Besuchende:

Westliches Friedrichshain – Warschauer Strasse und Spreeufer ist der Bereich mit der höchsten Besucherdichte. Die East Side Gallery verläuft entlang des Flusses. Der S-Bahnhof Warschauer Strasse ist von Bars, Clubs und der hochgelegenen U1-Brücke nach Kreuzberg umgeben. Dies ist der Unterhaltungskorridor.

Mittleres Friedrichshain – Simon-Dach-Strasse und Boxhagener Platz ist das Wohngebiet, das die meisten Berliner Bewohner Friedrichshains tatsächlich nutzen. Die Simon-Dach-Strasse bietet eine lange Reihe von Bars, die vor allem ein Publikum zwischen 20 und 35 Jahren ansprechen; der Boxhagener Platz (Boxi) ist der echte Nachbarschaftsplatz. Dieses Viertel ist weniger touristisch als das Spreeufer und gibt ein realistischeres Bild davon, wie der Bezirk wirklich funktioniert.

Östliches Friedrichshain – Karl-Marx-Allee und Frankfurter Allee ist die DDR-Monumentalzone. Die breiten Boulevards, die massiven stalinistischen Wohnblocks, das Kino International (ein Kino für DDR-Filmpremieren) und die immer stärker auf Einheimische ausgerichteten Restaurants in den Seitenstrassen machen diesen Bereich für alle interessant, die sich für die geteilte Geschichte der Stadt interessieren.


Die East Side Gallery ist der meistbesuchte Mauerabschnitt Berlins – 1,3 km der originalen Außenmauer, 1990 nach dem Mauerfall von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemalt. Die Wandgemälde sind inzwischen ikonisch, unabhängig von ihrem politischen Kontext: Dmitri Vrubels Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker (das am häufigsten reproduzierte Berlin-Bild), Birgit Kinders Trabant, der durch die Mauer bricht, und Dutzende weitere.

Ein paar Dinge, die du vorher wissen solltest:

Die Mauer hier ist die Außenmauer – die Seite, die Ost-Berlin zugewandt war. DDR-Bürger konnten sich ihr nicht nähern; sie war Teil des Todesstreifens. Als Künstler sie 1990 bemalten, gestalteten sie das, was für Ostberliner 28 Jahre lang unsichtbar gewesen war.

Die Wandbilder wurden teilweise neu gemalt – mehrere Abschnitte wurden durch Witterung und Vandalismus beschädigt und von den Originalkünstlern oder Restauratoren erneuert. Dies ist dokumentiert; die Restaurierungen entsprechen nicht immer exakt den Originalen.

Der Eintritt ist frei und der Zugang jederzeit möglich, allerdings ist es zwischen 10 und 18 Uhr im Sommer sehr voll. Früh morgens (vor 8 Uhr) bietet sich ein völlig anderes Erlebnis.

Geführte Kunsttour durch die East Side Gallery – 90 Minuten, Erläuterungen zu den Wandgemälden und dem Kontext des Kalten Krieges

Die vollständige Geschichte und einen Mural-für-Mural-Guide findest du im East Side Gallery Guide.


Berghain – Club und Türpolitik

Das Berghain liegt an der Grenze zwischen Friedrichshain und Mitte, in einem ehemaligen Heizkraftwerk am Wriezener Bahnhof. Es ist zweifellos der bekannteste Club der Welt und funktioniert nach einem Prinzip, das dem Tourismus-Erlebnis diametral entgegengesetzt ist: minimale Werbung, keine nennenswerten Gästelisten, eine Türpolitik, die Menschen auswählt, die zur Atmosphäre des Clubs passen.

Das Gebäude selbst ist riesig – der Hauptraum hat eine Deckenhöhe von fast 18 Metern, ein Soundsystem, das mehr kostete als die meisten Clubs in einem Jahr verdienen, und einen angrenzenden Panorama Bar im Obergeschoss mit einem anderen, aber ebenso ernsthaften Programm. Geöffnet ist von Freitag bis Montag, typischerweise ab Mitternacht. Sets dauern 6 bis 12 Stunden; manche DJs spielen noch länger.

Ob man reinkommt, hängt von Faktoren ab, die kein Reiseführer vollständig steuern kann. Der einheitliche Rat derer, die regelmäßig reinkommen: kleine Gruppe, unauffällige Kleidung (nichts Teuer-wirkendes), kein Parfüm, Handy wegstecken, etwas Deutsch sprechen und echte Absicht, im Club zu sein – nicht, ihn zu fotografieren (Fotografieren ist drinnen verboten). Die vollständige Einschätzung nach Profil findest du im Berghain Guide.


RAW-Gelände: der Industrie-Clubkomplex

Das RAW-Gelände (Revaler Strasse 99) ist das konzentrierteste Beispiel für Berlins Clubästhetik der Nachwendezeit: alte Industriegebäude, die ohne umfangreichen Umbau als Veranstaltungsorte genutzt werden. Das Gelände war bis 1994 ein Bahnbetriebswerk (Reichsbahnausbesserungswerk); seitdem beherbergt es wechselnde Clubs, Bars und Kulturräume.

Aktuelle Spielstätten auf dem Gelände:

  • Cassiopeia – Alternative, Indie, Techno; zugänglichere Türpolitik als das Berghain
  • Astra Kulturhaus – mittelgroße Konzerte, internationale Bookings, Stehplätze
  • Suicide Circus – Wochenend-Technoclub mit Außenterrasse
  • Skatehalle – überdachter Skatepark
  • Kletterwand
  • Wochenendflohmarkt (Samstag und Sonntag)

Der Flohmarkt gehört zu den praktischeren in Friedrichshain – kleiner als Mauerpark, mit Schallplatten, Elektroschrott und Vintage-Kleidung.


Karl-Marx-Allee: der Prachtboulevard der DDR

Die Karl-Marx-Allee (bis 1961 Stalin-Allee) wurde zwischen 1952 und 1960 als Beweis der DDR errichtet, dass das sowjetische Planungsmodell bessere Wohnverhältnisse schaffen kann als der Westen. Das Ergebnis ist ein 2,3 km langer Boulevard, flankiert von 7- bis 9-stöckigen Gebäuden mit Porzellanfliesen-Verkleidung, Läden im Erdgeschoss und Wohnungen darüber. Der Maßstab ist im wörtlichen Sinne sowjetisch – die Architekten wurden in Moskau ausgebildet, und die Entwürfe beziehen sich direkt auf Moskaus große Boulevards.

Heute funktioniert der Boulevard als ganz normale Berliner Strasse: Straßenbahnen fahren durch die Mitte, die Wohnungen sind bewohnt, in den Erdgeschossen befinden sich Restaurants, ein Kino (Kino International, ideal für Vorstellungen mit historischer Atmosphäre) und das Café Sibylle (Nr. 72) mit einem kleinen, kostenlosen DDR-Museum zur Geschichte des Boulevards und zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953, der hier stattfand.

Kino International (Karl-Marx-Allee 33) verdient besondere Erwähnung: 1963 als Erstaufführungskino der DDR erbaut, ist es im Originalzustand erhalten und eines der atmosphärischsten Kinos Deutschlands. Es finden weiterhin reguläre Vorstellungen statt – lohnt sich, das Programm zu checken.


Boxhagener Platz und das echte Viertel

Der Boxhagener Platz – „Boxi” – ist der Ort, an dem Friedrichshainer wirklich leben, nicht performen. Der Platz hat einen Spielplatz, Bänke und jene gemischte Bevölkerungsstruktur (alte Mieter, die die Gentrifizierungswelle überlebt haben, junge Berufstätige, Familien, Studierende), die ihn wie ein echtes Viertel wirken lässt – und nicht wie eine Unterhaltungszone.

Der Samstagflohmarkt (ca. 9 bis 16 Uhr) verläuft rund um den Platz mit Ständen, die eher auf Secondhand-Bücher, Schallplatten, Haushaltswaren und Werkzeuge ausgerichtet sind. Weniger Vintage-Mode als auf dem Mauerpark, mehr echten Kram. Gut für Vinyl-Suche.

Die umliegenden Strassen – Grünberger Strasse, Gabriel-Max-Strasse, Sonntagstrasse – beherbergen einige der konstantesten Restaurantqualitäten im Osten Berlins:

Schneeweiß (Simplonstrasse 16) – ein langjähriges Nachbarschaftsrestaurant in einem sanierten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert; Abendessen EUR 20–35 pro Person, am Wochenende Reservierung empfehlenswert.

Vöner (Warschauer Platz 18) – veganer Döner Kebab, der deutlich besser schmeckt, als dieser Satz vermuten lässt. EUR 5–7.

Hops and Barley (Wühlischstrasse 22/23) – eine Brauerei in einem umgebauten Fleischerladen, die eigenes ungefiltertes Pils, Weizen und Stout ausschenkt. EUR 4–5 pro halben Liter. Einer der besten Spots für ein Nachmittagsbier im Viertel.


Die Oberbaumbrücke und die Verbindung nach Kreuzberg

Die Oberbaumbrücke (zwischen Warschauer Strasse und Schlesischem Tor) ist die fotogenste Brücke im Osten Berlins. Zwei rotziegel Türme im neugotischen Stil flankieren ein zweigeschossiges Bauwerk: Die U1 nutzt das Obergeschoss, das Unterdeck ist für Fußgänger und Radfahrende. Die Brücke überquert die Spree an einer Stelle, wo der Fluss die Grenze zwischen Friedrichshain und Kreuzberg bildet.

Während der deutschen Teilung war die Brücke ein Mauerübergang – der Checkpoint Oberbaumbrücke ermöglichte Fußgängerverkehr zwischen Ost und West. Die Grenze verlief entlang der Spreemitte; die Brücke selbst lag im Todesstreifen. Heute ist sie einer der meistfotografierten Punkte an der Spree und ein nützlicher Orientierungspunkt. Von Warschauer Strasse nach Kreuzberg zu Fuß oder mit dem Rad: 5 Minuten.

Fahrradtour durch Kreuzberg und Friedrichshain – beide Bezirke, East Side Gallery und der Kanal

Wo man in Friedrichshain übernachtet

Friedrichshain eignet sich für nachtleben-orientierte Reisende und Besuchende, die Nähe zur East Side Gallery wünschen – ohne die Preise von Mitte. Unterkünfte kosten in der Regel EUR 60–100 pro Nacht für mittlere Doppelzimmer, Hostels beginnen ab EUR 20–35 pro Bett im Schlafsaal.

Die besten Lagen sind:

  • Nahe Warschauer Strasse für direkten Zugang zur East Side Gallery und gute Anbindung
  • Rund um den Boxhagener Platz für das Wohnviertel-Feeling mit guten Restaurants in der Nähe
  • Entlang der Frankfurter Allee für günstigere Optionen mit schnellem U5-Zugang in die Mitte

Lärm ist ein Faktor, den man bedenken sollte: Die Gegend rund um Warschauer Strasse und das RAW-Gelände ist an Wochenenden bis in die frühen Morgenstunden laut. Wer leicht schläft, sollte die Schalldämmung der Unterkunft prüfen.


Häufige Fragen zu Friedrichshain – Clubs, East Side Gallery, RAW-Gelände und Boxhagener Platz

  • Wo genau liegt die East Side Gallery in Friedrichshain?
    Die East Side Gallery verläuft entlang der Mühlenstrasse am Nordufer der Spree in Friedrichshain – zwischen dem Ostbahnhof im Westen und der Oberbaumbrücke im Osten. Sie umfasst 1,3 km der originalen Mauer, die 1990 von internationalen Künstlern bemalt wurde. Der Eintritt ist frei, der Zugang rund um die Uhr möglich. Die nächsten Stationen sind Ostbahnhof (S-Bahn) und Warschauer Strasse (S-Bahn, U1). Detaillierte Informationen zu den Wandgemälden findest du im East Side Gallery Guide.
  • Was ist das RAW-Gelände in Friedrichshain?
    Das RAW-Gelände (kurz für Reichsbahnausbesserungswerk, einen ehemaligen Bahnbetriebswerk) an der Revaler Strasse ist ein Ensemble umgenutzter Industriegebäude mit Clubs, Bars, einer Kletterwand, einem Skatepark, einem Wochenendflohmarkt und verschiedenen Kulturräumen. Es ist das konzentrierteste Beispiel für Berlins Club-in-Ruine-Ästhetik. Zu den wichtigsten Spielstätten zählen Cassiopeia (Techno und Alternative), Astra Kulturhaus (Konzerte), Suicide Circus (Techno) sowie mehrere kleinere Bars.
  • Wie kommt man ins Berghain?
    Das Berghain (an der Grenze zwischen Friedrichshain und Mitte, am Wriezener Bahnhof) hat eine Türpolitik, die keiner Erklärung durch die Türsteher bedarf. Der gängige Rat ist eindeutig – kleine Gruppen von 2–3 Personen, unauffällige Kleidung (kein Ausgeh-Look), kein Reden in der Schlange, Deutsch sprechen wenn möglich, erst ab 3 Uhr morgens kommen, offensichtlich touristisches Verhalten vermeiden und keinen erkennbaren Anlass für den Besuch haben. Die Einlassquote für Nicht-Stammgäste schwankt je nach Abend und Gruppe zwischen 30 und 60 Prozent. Den vollständigen Berghain Guide mit realistischen Einschätzungen nach Profil findest du hier.
  • Was ist der Boxhagener Platz und sein Flohmarkt?
    Der Boxhagener Platz – von allen nur „Boxi" genannt – ist der zentrale Platz im westlichen Friedrichshain. Der Samstagflohmarkt gehört zu den authentischsten der Stadt – weniger touristisch als der Mauerpark, dafür mehr Schallplatten, Bücher und Haushaltsware als Vintage-Mode. Sonntags findet auf demselben Platz ein Bio-Wochenmarkt statt. Die umliegenden Strassen (Grünberger Strasse, Gabriel-Max-Strasse) beherbergen einige der besten Restaurants im Osten Berlins.
  • Ist Friedrichshain sicher?
    Im Allgemeinen ja – allerdings kann die Gegend rund um den S-Bahnhof Warschauer Strasse und die Clubeingänge an der Revaler Strasse nachts durch das hohe Personenaufkommen und den unterschiedlichen Zustand der Feiernden unübersichtlich wirken. Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für das Berliner Nachtleben. Die Wohnstrassen nördlich des Boxhagener Platzes sind zu jeder Stunde ruhig und sicher. Die East Side Gallery ist tagsüber sehr belebt und nachts menschenleer – Ersteres ist Taschendiebstahl-Gebiet, Letzteres ist problemlos.
  • Was ist die Karl-Marx-Allee in Friedrichshain?
    Die Karl-Marx-Allee ist ein 2,3 km langer Boulevard, der vom Frankfurter Tor westwärts durch Friedrichshain führt. Sie wurde zwischen 1952 und 1960 als Stalin-Allee errichtet – das repräsentative stalinistische Wohnbauprojekt der DDR im neoklassizistischen Stil. Die Gebäude sind enorm (bis zu 9 Stockwerke) mit aufwendigen Keramikfassaden und sollten Arbeitern sowie DDR-Funktionären als Wohnraum dienen. Der Boulevard ist heute UNESCO-Weltkulturerbekandidat; die Gebäude wurden in Wohnungen, Restaurants und ein Kino (Kino International) umgewandelt. Der Maßstab ist beeindruckend und in Berlin einzigartig.
  • Welche S-Bahn- und U-Bahn-Linien erschließen Friedrichshain?
    Die Linien S3/S5/S7/S9 verbinden Warschauer Strasse und Ostbahnhof mit der Innenstadt (Alexanderplatz ist 2 Stationen entfernt). Die Hochbahn U1 verbindet Warschauer Strasse über die Oberbaumbrücke mit Kreuzberg (Schlesisches Tor, 1 Station) und weiter zum Kottbusser Tor. Die U5 verbindet Frankfurter Allee und Samariterstrasse im nördlichen Friedrichshain über die neue U5-Verlängerung durch Mitte mit dem Hauptbahnhof.

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