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Museum für Naturkunde Berlin — der weltgrößte aufgestellte Dinosaurier

Museum für Naturkunde Berlin — der weltgrößte aufgestellte Dinosaurier

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Lohnt sich das Museum für Naturkunde Berlin?

Ja, besonders für Familien und alle, die sich für Paläontologie interessieren. Der Brachiosaurus brancai im Hauptsaal – 13,27 Meter hoch und 22 Meter lang, das größte aufgestellte Dinosaurierskelett der Welt – rechtfertigt allein den Eintritt von 11 €. Das Museum überzeugt auch mit seiner Mineralogie- und Taxidermiesammlung. 2–3 Stunden einplanen.

Kurzfassung: Eintritt 11 € für Erwachsene, 5 € für Kinder. Außerhalb der Schulferien keine Vorausbuchung nötig. Der Brachiosaurus-Saal ist das Herzstück, aber die Mineralogie- und Nasssammlungsräume sind gleichermaßen bemerkenswert. 2–3 Stunden einplanen.

Warum das Naturkundemuseum einen Besuch wert ist

Das Museum für Naturkunde in Berlin steht nicht auf der typischen Tourismusliste – es liegt zwischen Mitte und dem Regierungsviertel und nicht auf der Museumsinsel, und kaum ein Erstbesucher denkt bei Berlin an Paläontologie. Das ist eine echte Lücke in den meisten Berliner Reiseplänen.

Das Museum beherbergt eine der zehn größten naturkundlichen Sammlungen der Welt mit rund 30 Millionen Exemplaren aus Geologie, Paläontologie, Zoologie und Mineralogie. Was es bemerkenswert macht, ist nicht allein seine Größe – es ist die Qualität und Spezifität bestimmter Sammlungen, die es auszeichnet.

Der Brachiosaurus brancai im zentralen Atrium ist das Unmittelbarste: 13,27 Meter vom Boden bis zur Halsspitze, 22 Meter lang, und wissenschaftlich bedeutsam als vollständiges Exemplar (die meisten Museumsdinosaurier kombinieren Knochen von mehreren Individuen; der Berliner Brachiosaurus ist zu ca. 70 % Originalknochen). Er wurde in der Tendaguru-Formation im heutigen Tansania in einer deutschen Expedition von 1909–1913 ausgegraben – einem der ehrgeizigstem Paläontologenfeldzüge der Geschichte, der 225 Tonnen Fossilienmaterial nach Berlin brachte.

Das Museum beherbergt auch das Original des Archaeopteryx lithographica – die bevederte Übergangsart zwischen nicht-aviären Dinosauriern und Vögeln, zentral für den Evolutionsbeweis. Das Original-Berliner Exemplar von 1877 ist eines der wissenschaftlich bedeutsamsten Fossilien überhaupt.


Der Dinosauriersaal

Die Saurierhalle belegt das Erdgeschoss des zentralen Museumsgebäudes, ein hoher viktorianischer Saal, der eigens für große Exponate erbaut wurde. Fünf große Dinosaurierskelette stehen im Mittelraum:

Brachiosaurus brancai ist der Star – ein langhalsieger Sauropode aus dem Späten Jura (ca. 150 Millionen Jahre vor unserer Zeit). Der Skelettrekord als höchstes aufgestelltes Exemplar liegt seit 2007 beim Berliner Exemplar. Der Hals allein misst ca. 9 Meter; der Schädel (eine Rekonstruktion – Originalkopien werden selten gefunden) ist so positioniert, dass er auf die Besucher hinunterblickt.

Diplodocus- und Kentrosaurus-Exemplare flankieren den Brachiosaurus auf beiden Seiten. Der Kentrosaurus (ein Schilder-Dinosaurier verwandt mit dem Stegosaurus) ist besonders vollständig und visuell markant.

Giraffatitan brancai – neu als Giraffe klassifiziert, nicht mehr als Brachiosaurus – gehört zum gleichen tansanischen Ausgrabungsmaterial. Im Saal sind mehrere Individuen vertreten.

Der Saal ist so konzipiert, dass er aus mehreren Winkeln fotografierbar ist, einschließlich einer Mezzanin-Ebene (links beim Eingang die Treppe nehmen), die Augenhöhenblicke auf die Köpfe und Rücken der größeren Dinosaurier ermöglicht. Auf dieser Ebene befindet sich auch die Archaeopteryx-Ausstellung in einem eigenen Gehäuse mit Lupe und Erläuterungstext.


Die Nasssammlung (Nass-Magazin)

Einer der meistfotografierten Räume des Museums ist nicht der Dinosauriersaal, sondern die Nasssammlung – eine lange Galerie, die von Boden bis Decke mit Metallregalen bestückt ist, die 276.000 Glasgläser mit konservierten Exemplaren halten. Der Effekt ist gleichzeitig wissenschaftliches Archiv und surreale Installation: Reihe um Reihe von Fischen, Schlangen, Eidechsen, Fröschen, Aalen und marinen Wirbellosen, in bernsteinfarbener Formalin-Lösung in Gläsern von Handgröße bis zu 50-Liter-Behältern konserviert.

Die Sammlung reicht vom 18. Jahrhundert bis heute und wurde im letzten Jahrzehnt digitalisiert, wobei jedes Exemplar mit Fundorts- und Sammlersdaten verknüpft ist. Ein Rundgang durch die Galerie dauert ca. 20 Minuten und ist wirklich einzigartig – nichts Vergleichbares gibt es in anderen Berliner Museen.

Hinweis: Die Nasssammlung ist nicht für Besucher geeignet, die stark empfindlich auf konservierte Exponate reagieren. Der Geruch in der Galerie ist spürbar, aber nicht überwältigend.


Mineralogie und Meteoritensammlung

Der Mineralogieflügel im Obergeschoss enthält rund 8.500 Exemplare von Mineralen, Edelsteinen und Meteoriten. Die Sammlung umspannt das Periodensystem und enthält besonders schöne Exemplare von Fluorit, Malachit, Quarz und Reinmetallen.

Der Meteoritenbereich ist ein Highlight: die Hoba-Meteorit-Replik (das Original ist in Namibia) und eine Auswahl von Mondproben (Apollo-Programm) werden neben einer Erläuterung ausgestellt, wie Meteoriten klassifiziert werden und was sie über die Entstehung des Sonnensystems verraten.

Die Tektit-Sammlung – Glassteine, die bei Meteoriteneinschlägen entstehen – enthält Exemplare aus dem Nördlinger Ries-Einschlagskrater und der Chicxulub-Region (das Einschlagsereignis, das mit dem Dinosaurieraussterben verbunden ist).


Die Taxidermiesäle

Die oberen Etagen des Westflügels beherbergen eine Reihe von Taxidermiegalerien mit afrikanischen Säugetieren, Vögeln und Meeresexemplaren. Die Qualität der Taxidermie aus dem 19. Jahrhundert variiert – einige Exemplare zeigen ihr Alter und den damaligen Stand der Präparationstechnik –, aber die Sammlung umfasst vollständige Exemplare von Tieren, die heute ausgestorben oder hochgradig gefährdet sind.

Das Bobby-Exponat ist eine besondere Berliner Geschichte: Bobby war ein männlicher Flachlandgorilla, der von 1928 bis 1935 im Berliner Zoo lebte und zu einem der bekanntesten Tiere in Europa wurde, bevor er starb. Sein Taxidermie-Exemplar ist im Naturkundemuseum zusammen mit Dokumentation seines Lebens und der öffentlichen Reaktion auf seinen Tod ausgestellt. Die Geschichte ist unerwartet berührend, besonders als Zeugnis für frühe Einstellungen der Öffentlichkeit des 20. Jahrhunderts gegenüber Menschenaffen.


Praktische Besucherinformationen

Adresse: Invalidenstraße 43, 10115 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag–Freitag 9:30–18 Uhr; Samstag–Sonntag 10–18 Uhr. Montags geschlossen.

Anfahrt: U6 bis Zinnowitzer Straße (10 Gehminuten östlich), oder S-Bahn bis Hauptbahnhof (15 Gehminuten südöstlich). Von der Museumsinsel 20 Gehminuten oder eine U-Bahn-Station (U5 bis Naturkundemuseum ist noch nicht in Betrieb – aktuellen Fahrtplan prüfen). Bus 245 bedient die Invalidenstraße direkt.

Tickets: An der Tageskasse erhältlich; Online-Buchung auf naturkundemuseum.berlin. Vorausbuchung wird nur während der Schulferien (Sommer Juli–August, Herbstferien Oktober) empfohlen. Warteschlangen außerhalb der Ferienzeiten sind typischerweise unter 10 Minuten.

Audioguides: Auf Deutsch und Englisch für 3 € Aufpreis erhältlich. Ein Audioguide für Kinder auf Deutsch ist erhältlich. Der Standard-Erwachsenenguide ist gut produziert und deckt die Hauptsammlungen ab, ohne den Besuch zu verlängern.

Kinderlabor (Kinderforscherwerkstatt): Am Wochenende und in den Schulferien verfügbar. Zeitfenster, Voranmeldung auf der Museums-Website erforderlich. Kinder von 6–14 Jahren untersuchen Exemplare unter Mikroskopen und lernen grundlegende naturkundliche Forschungsmethoden. Sehr beliebt – rechtzeitig buchen.

Fotografieren: Überall ohne Blitz erlaubt. Stative nicht erlaubt. Der Dinosauriersaal zur Öffnungszeit (9:30 Uhr) bietet die beste Beleuchtung für Fotos, bevor der Saal sich mit Besuchern füllt.


Kombinierbar mit anderen Mitte-Attraktionen

Das Museum für Naturkunde ist am besten mit dem Regierungsviertel und dem Hamburger Bahnhof kombinierbar, nicht mit der Museumsinsel (die 20 Gehminuten entfernt liegt und leicht einen separaten ganzen Tag füllt).

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart: 10 Gehminuten nordöstlich. Eines der besseren zeitgenössischen Kunstmuseen Deutschlands in einem umgebauten Bahnhof. Donnerstags 16–20 Uhr kostenloser Eintritt.

Regierungsviertel: Der Reichstag, das Bundeskanzleramt und die Bundestagsbüros sind 15 Gehminuten westlich entlang der Spree. Der Reichstag-Buchungsführe behandelt die Voranmeldepflicht für Kuppelbesuche.

Hauptbahnhof: 12 Gehminuten. Nützlich bei An- oder Abreise aus dem Museumsbereich.

Für Familien, die das Museum für Naturkunde mit anderen familienfreundlichen Sehenswürdigkeiten kombinieren möchten, bietet der Berlin-mit-Kindern-Führe einen vollständigen Überblick, einschließlich Legoland Discovery Centre, Berliner Zoo und SEA LIFE Aquarium.

Für einen strukturierten Berliner Reiseplan, der das Museum für Naturkunde einschließt, schlägt der 2-Tage-Berlin-Plan es am zweiten Tag zusammen mit dem Regierungsviertel vor.


Häufige Fragen zu Museum für Naturkunde Berlin

  • Was kostet der Eintritt ins Berliner Museum für Naturkunde?
    Erwachsene zahlen 11 €. Ermäßigt (Studenten, Senioren) 6 €. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Kinder von 6–17 Jahren zahlen 5 €. Ein Familienticket (2 Erwachsene + 2 Kinder) kostet 26 €. Tickets sind an der Tageskasse erhältlich – Vorausbuchung außerhalb der Schulferien selten nötig.
  • Was ist die Hauptattraktion im Berliner Museum für Naturkunde?
    Das Skelett des Brachiosaurus brancai im zentralen Atrium ist die Signaturausstellung des Museums und ein echter Weltrekordhalter – mit 13,27 Metern Höhe und ca. 22 Metern Länge ist es das größte aufgestellte Dinosaurierskelett der Welt, zertifiziert durch das Guinness-Buch der Rekorde. Das Skelett wurde zwischen 1909 und 1913 in Tansania ausgegraben und in Berlin montiert. Im gleichen Saal stehen weitere große Jurassic-Sauropod-Skelette.
  • Ist das Berliner Museum für Naturkunde gut für Kinder?
    Ausgezeichnet, besonders für Kinder von 5–14 Jahren. Der Dinosauriersaal ist das beständig beliebteste Ausstellungsstück bei jüngeren Besuchern. Das Museum bietet spezifische Kindergeführte Touren, Audioguides für Kinder (auf Deutsch und Englisch) und ein Kinderlabor (Kinderforscherwerkstatt), in dem junge Besucher Exemplare unter Mikroskopen untersuchen können. Auch der große Taxidermiesaal mit vollständigen Tierpräparaten ist bei Kindern beliebt.
  • Wie lange dauert ein Besuch im Berliner Museum für Naturkunde?
    Zwei bis drei Stunden decken alle Hauptbereiche in angenehmer Geschwindigkeit ab. Wer viel Zeit im Dinosauriersaal verbringt (was die meisten Familien tun) und die Nasssammlung, sollte die vollen 3 Stunden einplanen. Das Museum ist nicht riesig, hat aber in bestimmten Bereichen bemerkenswerte Tiefe.
  • Liegt das Museum für Naturkunde in der Nähe anderer Berliner Sehenswürdigkeiten?
    Das Museum liegt in Mitte, in der Invalidenstraße 43, ca. 10 Gehminuten vom Hauptbahnhof und 15 Minuten von der Museumsinsel entfernt. Die nächste U-Bahn ist U6 Zinnowitzer Straße. Es ist in Gehweite des Hamburger Bahnhofs für zeitgenössische Kunst und des Regierungsviertels.
  • Was ist die Nasssammlung im Berliner Museum für Naturkunde?
    Die Nasssammlung (Nass-Magazin) ist eine der eindrucksvollsten Ausstellungen – ein gesamter Flügel mit deckenhohen Regalen, die 276.000 in Alkohol oder Formalin konservierte Exemplare enthalten. Die Sammlung umfasst Fische, Reptilien, Amphibien und Wirbellose aus dem 18. Jahrhundert bis heute. Nicht für Besucher mit starker Empfindlichkeit gegenüber konservierten Tieren, aber wissenschaftlich bedeutsam und visuell außergewöhnlich. Zugänglich als Teil des regulären Eintritts.
  • Hat das Berliner Museum für Naturkunde einen Museumsshop und ein Café?
    Ja. Der Museumsshop hat eine gute Auswahl an Naturkundeliteratur (darunter deutsche und englische Titel), Mineralexemplare und Dinosaurier-Repliken. Die Qualität liegt über dem Durchschnitt eines Museumsshops. Es gibt ein kleines Café für leichte Mahlzeiten und Getränke, während der Museumszeiten geöffnet.
  • Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Museum für Naturkunde Berlin?
    Wochentage morgens sind am ruhigsten. In den Schulferien (besonders Sommer und Herbstferien im Oktober) ist der Dinosauriersaal sehr belebt mit Schulgruppen und Familien. Samstag- und Sonntagnachmittage sind konstant am vollsten. Das Museum öffnet dienstags bis freitags um 9:30 Uhr und am Wochenende um 10 Uhr.

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