Flughafen Berlin BER: Ihr praktischer Reiseführer 2026
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist unkompliziert — sobald man versteht, wie er funktioniert. Doch seine ungewöhnliche Struktur mit zwei Terminals, von denen eines ganz anders betrieben wird als die meisten Reisenden erwarten, sorgt immer wieder für Verwirrung. Dieser Guide erklärt alles, was Sie für eine reibungslose An- und Abreise im Jahr 2026 wissen müssen.
Den vollständigen Überblick über alle Transportoptionen vom Flughafen ins Stadtzentrum — mit Preisen, Fahrzeiten und Routendetails — finden Sie im BER-Transferguide.
BER 2026 auf einen Blick
Der BER wurde im November 2020 eröffnet — neun Jahre zu spät, begleitet von einem Bauskandalmarathon, der zum nationalen Witz wurde. Der Flughafen bedient alle Verbindungen, die zuvor über Tegel (geschlossen November 2020) und Schönefeld abgewickelt wurden, und ist heute der einzige kommerzielle Flughafen Berlins.
Es gibt zwei Hauptterminalgebäude:
Terminal 1 (T1): Das Hauptterminal, das die meisten internationalen und interkontinentalen Flüge sowie Lufthansa, British Airways, Air France und andere Full-Service-Airlines abfertigt. Dies ist das große Gebäude, an dem neun Jahre lang gebaut wurde.
Terminal 2 (T2): Ein separates Gebäude auf der anderen Straßenseite, das hauptsächlich Ryanair und easyJet abfertigt. Es ist kleiner, funktionaler und bewusst auf Budgetreisende ausgerichtet. Check-in, Sicherheitskontrolle und Gates sind schlichter gehalten, die Einrichtungen entsprechend eingeschränkter.
Prüfen Sie unbedingt vor der Abreise, welches Terminal Ihr Flug nutzt. Beide Terminals sind durch einen Shuttlebus verbunden, liegen aber nicht im selben Gebäude — der Weg oder die Busfahrt dauert 10 bis 15 Minuten.
Pier Nord: Eine Erweiterung des T1 für Flüge der Lufthansa Group, intern mit T1 verbunden.
Vom BER ins Berliner Stadtzentrum
Die meistgenutzte Verbindung ist der Airport Express (FEX), der vom Bahnhof unterhalb von Terminal 1 direkt nach Berlin Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Hauptbahnhof und Zoologischer Garten fährt. Fahrzeit bis zum Hauptbahnhof: rund 30 Minuten. Die Züge fahren tagsüber zweimal pro Stunde.
Die S-Bahn S9 fährt ebenfalls vom Flughafen über den Ostbahnhof quer durch die Stadt. Sie ist langsamer als der FEX (etwa 45 bis 50 Minuten bis ins Berliner Zentrum), dafür häufiger und mit mehr Haltestellen.
Tarifzonen: Der BER liegt in der Tarifzone C, weshalb ein Berlin-ABC-Ticket erforderlich ist (nicht nur AB). 2026 kostet ein Einzelticket ABC etwa 4,40 €. Ein Tagesticket für die Zonen ABC liegt bei rund 10,80 €. Die Berlin WelcomeCard und andere Touristenkarten gelten für Zone C, sofern sie ABC oder Flughafen einschließen.
S-Bahn-Zugang: Die S-Bahn- und Airport-Express-Bahnsteige befinden sich im Untergeschoss von Terminal 1. Den Schildern aus der Ankunftshalle folgen. Der Weg vom Ausgang bis zum Bahnsteig dauert etwa 5 Minuten.
Ab Terminal 2: Eine direkte Zugverbindung ab T2 gibt es nicht. Entweder den X7-Bus oder den Shuttle zu Terminal 1 nehmen und dort in den Zug umsteigen. Alternativ fährt der X7 ab T2 zur U-Bahn-Station Rudow (U7) — praktisch für Neukölln, Kreuzberg und die südwestliche Stadtseite.
Taxi und Ridesharing
Taxis ins Berliner Zentrum kosten je nach Ziel und Verkehrslage etwa 40 bis 55 €. Taxistände befinden sich vor dem Ausgang beider Terminals. Auf ein Fahrpreismesser bestehen — manche Fahrer bieten Festpreise an, die in der Regel teurer ausfallen.
Uber und Bolt sind am BER verfügbar. Über die App buchen und den Hinweisschildern zur ausgewiesenen Abholzone folgen (nicht zum Taxistand).
Mietwagen
Alle großen Anbieter (Hertz, Europcar, Sixt, Avis, Enterprise) haben Schalter in der Ankunftshalle von T1 sowie in einem separaten Mietwagenbereich, der zu Fuß oder per Shuttle erreichbar ist. Buchungsbestätigung bereithalten — die Schalter sind zu Stoßzeiten gut besucht.
Hinweis: Berlin verfügt über eine Umweltzone, die weite Teile der Innenstadt umfasst. Mietwagen sind in der Regel regelkonform (Euro 4 oder besser), aber das im Mietvertrag überprüfen.
Lounges am BER
Lufthansa Business Lounge und Lufthansa Senator Lounge: Im T1 nach der Sicherheitskontrolle, Schengen-Bereich. Zugang mit Lufthansa-Business-Class-Ticket, Senator- oder HON-Circle-Karte oder Priority Pass (aktuelle Konditionen prüfen — einige Priority-Pass-Lounges haben eingeschränkten Zugang).
Air France-KLM Lounge: Zugänglich für Business-Class-Passagiere und Flying-Blue-Elite-Mitglieder auf Air-France- und KLM-Flügen.
Kostenpflichtige Lounges: Anders als an großen Drehkreuzen wie London Heathrow oder Paris CDG gibt es am BER keine unabhängigen, gegen Gebühr zugänglichen Lounges. Wer Loungezugang möchte, ist mit einer Priority-Pass-Mitgliedschaft am besten beraten — die Verfügbarkeit variiert jedoch je nach Terminal und Flugtyp.
Sicherheitskontrolle und Check-in — wie viel Zeit einplanen
Offiziell empfiehlt der Flughafen 2 Stunden für internationale (Nicht-Schengen-)Flüge und 90 Minuten für Inlands- und Schengenflüge. In der Praxis können Sicherheitswartezeiten am T1 in der Hochsaison (Sommer, Weihnachten) 30 bis 45 Minuten betragen.
Am T2 (Ryanair/easyJet) läuft es meist reibungslos, wird aber in frühen Morgenspitzen (typischerweise 5:30 bis 8 Uhr) eng. Mindestens 90 Minuten vor Abflug am T2 einplanen, auch wenn die Airline weniger empfiehlt.
Für Reisende aus den USA, Großbritannien und Nicht-EU-Ländern gilt: Bei Nicht-Schengen-Flügen gibt es eine Passkontrolle bei der Abreise. Entsprechend mehr Zeit einplanen.
Einrichtungen im BER
T1 bietet eine solide Auswahl an Geschäften (Relay, verschiedene Modemarken), Restaurants (darunter ein einfaches Sitzrestaurant und mehrere Schnellverpflegungsoptionen) sowie einen Duty-free-Bereich nach der Sicherheitskontrolle. Das Angebot ist nicht besonders aufregend, deckt aber alle wichtigen Bedürfnisse ab.
T2 bietet minimale Einrichtungen: ein Café, einen Zeitschriftenhändler und Automaten. Für ein richtiges Essen ist T2 die falsche Adresse.
Geldautomaten sind an beiden Terminals vorhanden. Geldwechsel ist in der T1-Ankunftshalle möglich, aber die Kurse sind ungünstig — lieber mit Karte zahlen oder in der Stadt bei einem Bankautomaten Euro abheben.
Gepäckaufbewahrung am BER
Die Gepäckaufbewahrung befindet sich im T1 im Erdgeschoss des Ankunftsbereichs. Schließfächer in verschiedenen Größen und für unterschiedliche Zeiträume stehen zur Verfügung. Praktisch, wenn der Rückflug spät am Abend geht und man den letzten Berlintag noch gepäckfrei genießen möchte.
Konnektivität: SIM-Karten und WLAN
Das WLAN am BER ist kostenlos und funktioniert in den Terminals zuverlässig. SIM-Karten für die Nutzung in Berlin sind bei Vodafone- und Telekom-Shops in der T1-Ankunftshalle erhältlich. Eine Touristen-SIM mit Datenvolumen kostet etwa 15 bis 25 € für eine Woche. EU-Reisende mit europäischen SIM-Karten können ohne Aufpreis roamen.
Anbindung an den Berliner ÖPNV
Der BER liegt am S-Bahn- und Regionalzugnetz, das direkt mit Berlins ausgedehntem U-Bahn- und Tramnetz verbunden ist. Der Berliner ÖPNV-Guide erklärt alles von der Fahrscheinkontrolle bis zum Nachtbetrieb.
Wichtige Bahnhöfe, die vom BER erreichbar sind:
- Hauptbahnhof (zentrales Drehkreuz, U-Bahn/S-Bahn-Anschlüsse)
- Alexanderplatz (U-Bahn U2, U5, U8; S-Bahn mehrere Linien)
- Zoologischer Garten (Westberliner Drehkreuz)
- Ostbahnhof (Ostberliner Drehkreuz, Verbindungen nach Friedrichshain)
Wer in Mitte, Prenzlauer Berg oder östlichen Stadtteilen untergebracht ist, nimmt am besten den Airport Express. Für Charlottenburg oder Schöneberg mit dem FEX bis zum Zoologischen Garten fahren.
Rückflug aus Berlin — die Fahrt zum BER
Dieselben Regeln gelten in umgekehrter Richtung. Ausreichend Zeit einplanen: FEX und S9 fahren zuverlässig, aber Verspätungen kommen vor. Bei internationalen Flügen nicht weniger als 2,5 Stunden vor Abflug aufbrechen.
Wichtig: Die U-Bahn fährt den BER nicht direkt an. U9 und U7 reichen nicht bis zum Flughafen. Erforderlich sind die S-Bahn (S9), der Airport Express (FEX), die Regionalbahnen RE7 oder RB14 oder ein Taxi beziehungsweise Ridesharing-Dienst.
Aus Kreuzberg oder Neukölln verlängert der X7-Bus zur U-Bahn Rudow (U7) die Fahrtzeit. Oft ist es schneller, vom nächsten zentralen S-Bahnhof die S9 zu nehmen, statt via Bus umzusteigen.
Übernachten in Flughafennähe — lohnt es sich?
In der Regel nein, außer bei sehr frühen Abflügen (vor 6 Uhr) und weitem Wohnort. Der BER liegt 20 Kilometer vom Berliner Zentrum entfernt und ist per Bahn gut angebunden. Die Umgebung (Schönefeld, Waßmannsdorf) ist wohn- und industriegeprägt, mit kaum nennenswerten Sehenswürdigkeiten. Hotels in Flughafennähe richten sich hauptsächlich an Geschäftsreisende und sind nicht günstig.
Bei sehr frühen Flügen ändert sich die Rechnung. Ein Abflug um 5 Uhr morgens bedeutet Ankunft am Flughafen um 3 Uhr — entweder eine Nachtbusfahrt aus dem Stadtzentrum oder ein Taxi für 50 € und mehr. In diesem Fall ist eine Übernachtung in einem Flughafenhotel sinnvoll. Das IBIS und das NH Hotel in der Nähe des BER im Bereich Schönefeld sind solide und direkt mit dem Terminal verbunden.
BER vs. Tegel/Schönefeld — was sich geändert hat
Vor November 2020 hatte Berlin zwei Flughäfen: Tegel (TXL) im Nordwesten für die meisten westlichen Airlines sowie Schönefeld (SXF) im Südosten für Billigflieger und einige osteuropäische Verbindungen.
Tegel war ein ungewöhnlich effizienter Sechseck-Terminal, der von Vielfliegern wegen seiner Schnelligkeit geliebt wurde — vom Flugzeug bis zum Taxi vergingen keine zehn Minuten. Er schloss dauerhaft, als der BER in Betrieb ging.
Das alte Schönefelder Terminal (jetzt als T5 des BER bezeichnet) ist technisch gesehen noch Teil des Flughafens, wird aber nur für Charter- und Frachtflüge sowie als Betriebsgelände genutzt. Wenn eine Airline BER angibt, aber zu einem anderen Gebäude weiterleitet, prüfen, ob T5 involviert ist — es liegt noch weiter vom Hauptterminal entfernt.
Unterm Strich: Der BER ist moderner und zentral organisiert, vermisst aber den eigenwilligen, effizienten Charme des alten Tegels.
Barrierefreiheit am BER
Barrierefreiheit war ein erklärtes Planungsziel des BER. Aufzüge und Rampen verbinden alle Ebenen. Taktile Leitsysteme sind im gesamten T1 vorhanden. Barrierefreie Toiletten stehen in beiden Terminals zur Verfügung.
Wer mit Rollstuhl oder Mobilitätshilfe reist, sollte die Airline rechtzeitig kontaktieren, um Unterstützung zu arrangieren. Der flughafeneigene Reisenden-Service organisiert Begleitung zwischen Check-in, Sicherheitskontrolle und Gate — bei der Buchung und erneut über das Kontaktsystem des Flughafens anfragen.
Assistenzhunde sind zugelassen; ausgewiesene Erleichterungsbereiche für Hunde befinden sich in der Nähe der Terminalausgänge.
Transit — Umsteigen am BER
Der BER ist kein großes Transitdrehkreuz wie Frankfurt oder Amsterdam. Bei einem Umstieg in Berlin mindestens 90 Minuten für Inlandsverbindungen auf internationale Flüge einplanen, bei einem Wechsel von Schengen- zu Nicht-Schengen-Flügen mindestens 2 Stunden.
Für EU/Schengen-Passagiere ist das Umsteigen unkomplizierter. Der Transitbereich im T1 ermöglicht landseitige Bewegungen zwischen Anschlussgates, ohne die Sicherheitskontrolle für anschließende Schengen-Flüge erneut zu durchlaufen.
Nicht-EU-Passagiere, die auf Nicht-Schengen-Ziele umsteigen, müssen den Transitbereich nutzen. Bei langen Layovers (4 Stunden oder mehr) ohne EU-Visum vor der Buchung prüfen, ob ein Transitvisum für Deutschland erforderlich ist.
Häufige Fragen
Ist der BER leicht zu navigieren? Für einen neuen Flughafen ja. Das Terminal ist nach internationalen Maßstäben nicht riesig, und die Beschilderung ist auf Deutsch und Englisch gut. Die Hauptkomplikation ist die Zwei-Terminal-Aufteilung.
Komme ich mit dem BER für unter 5 € ins Zentrum? Ja, mit der S9 oder dem FEX und einem Einzelticket ABC (rund 4,40 € in 2026). Mehr muss man nicht zahlen.
Gibt es einen Nachtbetrieb? Nachtbusse fahren den BER an, wenn die S-Bahn nicht fährt. Die aktuelle Nachtbuskarte der BVG für die genauen Linien prüfen.
Wie weit ist der BER vom Berliner Zentrum entfernt? Rund 20 Kilometer südöstlich von Mitte. Die Entfernung ist per Bahn problemlos zu überbrücken; wer auf das Geld achtet, meidet das Taxi.
Hat der BER Gepäckschließfächer? Ja, in der T1-Ankunftshalle. Praktisch für einen letzten Stadtbummel vor einem Abendflug.
Liegt Terminal 2 im selben Gebäude? Nein. T2 ist ein separates Gebäude auf der anderen Straßenseite gegenüber T1. Zwischen den beiden Terminals kann man nicht überdacht wechseln — entweder zu Fuß ins Freie oder per Shuttlebus.
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